Mit letzten Kräften zum achten Sieg

ZSC – HC Ambri-Piotta 4:2 (1:1, 2:0, 1:1)

Heute Abend stand das fünfte Spiel für den ZSC an, innert sieben Tagen. Wo Sportler anderer Sportarten längst in Heul- und Schreikrämpfe verfallen wären, da geht es für den Eishockeyspieler weiter. Erst die Hälfte des Dezember-Marathons ist für den Z überstanden und es kommen noch Gegner, die eigentlich geschlagen werden müssen, aber die unter solchen Umständen nicht immer geschlagen werden können. Diesmal wartete Ambri-Piotta, welches sich weiterhin erstaunlich gut hält und am vergangenen Sonntag den HCD mit 6:4 bezwang. Lukas Flüeler stand erneut im Tor und Mathias Seger war weiterhin krank. Zu beobachten war, wie der Kräftehaushalt beim Z noch aussieht.

Zuerst der Z besser, dann Ambri
Für den Z gab es einen Start nach Mass, die Mannschaft legte sogleich alles ins Spiel und zu Beginn war noch nichts von Müdigkeit zu sehen. Im Gegenteil, der Z deutlich besser und auch aktiver. Nach gut vier Minuten wurde dieser Effort auch schon belohnt. Per „Buebetrickli“ erwischte Bastl Zurkirchen und lies das mager gefüllte Hallenstadion ein erstes Mal jubeln. Doch gleichzeitig mit diesem Treffer, nahm die Leistung der Zürcher ab und Ambri anderseits legte zu. Beim Z nun teilweise Stillstandsversuche zu sehen und viele kleine Fehler in der Verteidigung auszumachen. Einer davon wurde in der 16. Minute durch Ambri bestraft, nachdem diese zuvor mehrmals an Flüeler scheiterten.

Zwei Tore durch den kaputten ZSC
Im zweiten Drittel wurde die Dominanz der Leventiner noch deutlicher. Vom Z kam nicht fast gar nichts, sondern gar nichts. Glück und eine halbwegs stabile Defensive aber vereitelten alle Chancen von Ambri. Die Chance waren mehrmals hochkarätig und die Führung von Ambri längst überfällig. Natürlich bemerkten dies auch die anwesenden Fans, die fast nur noch auf erfolgreiche Konter vertrauten. Diese Hoffnung wurde in der 35. Minute dann auch Realität. Cunti lief in die Zone, passte zu Wick und dieser fand Nilsson in der Mitte. Dessen Schuss fand die Lücke bei Zurkirchen und beendete eine grosse Druckphase von Ambri. Die Führung eigentlich überhaupt nicht verdient, aber dem Z reichte bisher beinahe das aufgebaute Selbstvertrauen um diese Partie anzuführen. Als wäre dieses Tor nicht genug für Ambri, da setzte es Sekunden vor Drittelsende noch den dritten Treffer ab. Im Powerplay drückte Wick die Scheibe via Torhüter hinter die Linie. Ein Paukenschlag zum Ende dieses Drittels.

Zum Ende fast schon souverän
Dieses Resultat lähmte die Leventiner deutlich und die Gäste wirkten kaum mehr überlegen. Mehr und mehr nahm sogar der ZSC das Spiel in die Hand. Auf einmal wurden die letzten Reserven angetankt und Ambri so sehr lange zurückgebunden. Doch Ambri riskierte zum Schluss noch einmal viel, sie nahmen den Torhüter bereits zwei Minuten vor Ende heraus und wurden belohnt. Die Defensive der Zürcher platt und Flüeler ohne Abwehrchancen.

Lange und bange letzte Sekunden standen Crawford und seinem Team bevor. Doch Fritsche versiegelte den achten Sieg in Folge mit dem Treffer fünf Sekunden vor dem Ende. Das Team wirkte heute phasenweise abartig platt, aber irgendwie reichte es dennoch, darauf darf man im Lager der Zürcher stolz sein. Wie viel Energie am Donnerstag noch übrig ist, bleibt abzuwarten, eine Gala ist allerdings auch dort nicht zu erwarten.

Fotos: Berend Stettler/becaro.com