Der Fluch des Penaltyschiessens geht weiter

HC Lausanne – ZSC 4:3 (2:0, 1:1, 0:2)

Heute stand das erste Spiel in Lausanne seit über 8 Jahren an. Auch heuer musste der ZSC auf ihren verletzten Torhüter Lukas Flüeler verzichten. Im Gegensatz zum Dienstag stand heute aber wieder einmal die nominelle Nummer 2 – Tim Wolf – im Tor. Nicht nur Lukas Flüeler plagen Verletzungssorgen, auch Bärtschi, Keller, Latendresse und McCarthy fehlen Marc Crawford weiterhin.

Lausanne am Drücker – Wo sind die Zürcher?
Der Aufsteiger startete mit viel Druck in die Partie und setzte den ZSC früh unter Druck. Von den Zürcher kam hingegen wenig bis gar nichts, man konzentrierte sich vornehmlich auf die Defensive. Erst nach fast 10 Minuten fanden die Zürcher langsam ins Spiel und wurden sogleich gefährlich und hätten in der 10. Minute durch Ronald Kenins in Führung gehen müssen – dieser brachte jedoch das Kunststück fertig, den Puck an die Latte, statt ins leere Tor zu spedieren. Nun war der ZSC im Spiel, aber nicht für lange Zeit. Das erste Powerplay des Spiel nutzte Lausanne eiskalt aus zur 1:0 Führung. Im Gegenzug bekam der ZSC auch die Chance im Powerplay zu agieren, dieses Unterfangen jedoch ging ordentlich schief. Bergeron verlor den Puck an der blauen Linie, Etienne Froidevaux bedankte sich und erzielte das 2:0. Dies war der sechste Shorthander der Saison, welcher der ZSC kassierte – definitiv zu viel! Auch das Time-Out, welches Marc Crawford in Folge des 2:0 nahm, wirkte nicht. Bei den Zürchern passte gar nichts zusammen. Lausanne konzentrierte sich nachdem 2:0 auf die Defensive, blieb aber mit Kontern stets brandgefährlich. Schlimmeres konnte vorderhand verhindert werden und so ging es mit einer hochverdienten 2:0 Führung für Lausanne in die Pause.

Zürcher Reaktion? Fehlanzeige
Die Zürcher wirkten nun engagierter in ihrem Unterfangen, Chancen waren aber weiter keine in Sicht. Auf der anderen Seite sah das ganz anderes aus. Lausanne spielte zum zweiten mal im Powerplay und wieder fand der Puck den Weg ins Tor von Tim Wolf. Das war genug für Marc Crawford, er zog die letzte Notbremse und ersetzte Tim Wolf durch Melvin Nyffeler. Tim Wolf konnte einem leid tun, da darf er wieder einmal spielen und dann lassen ihn seine Vorderleute so im Stich. Doch auch diese Massnahme schien nicht zu wirken, wieder jubelten die Lausanner. 4:0? Nein, denn der Schiedsrichter gab den Treffer nicht, obwohl auf den Videobildern ersichtlich war, dass dieser Puck im Tor war. Glück für den ZSC und es kam noch besser. Luca Cunti erzielte in der 37. Minute aus dem Nichts den 3:1 Anschlusstreffer. Den Zürchern bot sich in der Folge die Chance auf einen weiteren Treffer, da man 90 Sekunden in doppelter Überzahl agieren konnte. Mehr als zwei Gewaltsschüsse von Bergeron, welche Huet morgen noch spüren wird, brachte der Z jedoch nicht zu Stande und so ging es mit der 3:1 Führung für den Aufsteiger in die zweite Pause.

Wo bleibt das Zürcher Tor?
Die Zürcher rissen nun vermehrt das Spieldiktat an sich, jedoch blieben Zürcher Chancen mangelware. Dies lag einerseits an Lausanne, welches defensiv hervorragend stand. Anderseits aber auch an den Zürchern selbst. Es fehlten die zündenden Ideen, die Bereitschaft dorthin zu gehen, wo es schmerzt und die Fehlerquote war weiterhin hoch. Erst sieben Minuten vor Schluss kam auf Zürcher Seite Hoffnung auf, als der ZSC sich im Powerplay versuchen konnte. Diese Hoffnungen wurden nicht enttäuscht – Nilsson mit dem genialen Pass auf Bastl und dieser versenkte den Puck zum 3:2 in die Maschen. Der Jubel im Gästesektor war noch nicht verklungen, da lag der Puck schon wieder im Tor. Dieses Mal hatte Nilsson Luca Cunti mustergültig eingesetzt und dieser erzielte seinen zweiten Treffer. Die Zürcher wollten nun mehr, die drei Punkte lagen in Griffweite. Cunit hätte fast noch ein drittes Mal getroffen, Cristobal Huet rettete jedoch und so ging es in die Verlängerung. Auch dort gab nun der ZSC den Tackt an und suchte die Entscheidung. Huet liess sich jedoch nicht bezwingen und so ging es ins Penaltyschiessen. Dieses ging für einmal gut los: Ryan Shannon versenkte seinen Penalty sicher in die obere Ecke. in der Folge scheiterten jedoch alle Zürcher und so verlor der ZSC wiedereinmal ein Penaltyschiessen. Will man morgen gegen den Leader Ambri-Piotta reussieren, braucht es definitiv eine Leistungssteigerung und einen ZSC, welcher 60 Minuten und nicht nur 10 Minuten überzeugt. Ein Lob muss man dem wiederum sehr starken Melvin Nyffeler aussprechen.

Ein Gedanke zu „Der Fluch des Penaltyschiessens geht weiter

  1. Langsam aber sicher sollte auch Bergeron wissen, wie man an der Blauen Linie in Ueberzahl spielen sollte. Entweder er knallt am Tor vorbei oder er verliert die Scheibe. Zur Zeit nicht die Verstärkung in der Abwehr, sondern eher ein Risikofaktor. Er hat ja schon bewiesen was er kann, nur sollte endlich auch Konstanz in seinen Leistungen ersichtlich sein. Nun heute gegen Ambri brauch es von der ganzen Mannschaft eine Leistungssteigerung.

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