Nyffeler und der zweite Auswärtssieg

HC Genf-Servette – ZSC 0:3 (0:1, 0:1, 0:1)

Gut 40 Z Fans reisten heute Dienstag nach Genf und wollten dort den Z siegen sehen. Gut vier Stunden dauerte die Carfahrt und sie forderte von allen Ausdauer und Geduld, ist es doch die längste Reise der Zürcher in der Saison. Auch das Team musste diese Strapazen auf sich nehmen, aber ohne Lukas Flüeler, welcher krankheitshalber passen musste und da Tim Wolf bereits verletzt ist, kam der junge Melvin Nyffeler zum Handkuss. Es war seine Premiere in der NLA und sie sollte doch ordentlich speziell werden.

Der ZSC wirkte frischer
Trotz der langen Fahrt nach Genf, wirkte der Z in den ersten Minuten frischer und wollte den ersten Treffer mehr als das Heimteam. Insbesondere die Linie um Wick und Nilsson zeigte auch heute ihre Klasse und trieben dadurch die Mannschaft nach vorne. Resultate mässig untermauert wurde dieser Eindruck in der 8. Spielminute und einem Powerplay für die Gäste. Bergeron, der schon im letzten Spiel traf, zog von der blauen Linie ab und erwischte Tobias Stephan. Dem Kanadier gelingen also nun nicht mehr nur Vorlagen, sondern mehr und mehr auch Tore. Weitere folgten aber weder von seinem, noch vom gegnerischen Tram und so spielte die Musik vornehmlich im Sektor der Zürcher und weniger auf dem Feld ab.

Melvin Nyffeler aus dem Nichts zum Hero
Im Mitteldrittel gab es dann vorerst nur wenig Aufregung vor den beiden Toren. Erst gegen Mitte des Drittels wurden die Genfer stärker und schossen Melvin Nyffeler warm. Dass er dann plötzlich auch noch für die Zürcher Fans zum „Star“ wurde, hatte zum einen sicher mit seinen sehenswerten und wichtigen Paraden zu tun, anderseits aber auch mit der Tatsache, dass nicht alle mitgereisten Fans sofort realisierten, wer da im Tor stand. Es muss aber angefügt werden, dass der Car erst wenige Minuten vor dem ersten Puckeinwurf vor dem Stadion eintraf. Von nun an war Nyffeler also das Zentrum dieses Abends und zwar irgendwie auf, wie auch neben der Eisfläche. Wenige Sekunden vor der zweiten Sirene war es dann aber Kenins, der für Furore sorgte und auch gleichzeitig für den zweiten Treffer. Zuerst wurde er vor der Zürcher Spielerbank hart gecheckt, was für ein Raunen im Stadion sorgte. Der Lette steckte dies weg, begab sich sogleich wieder in die Offensive und schob Sekunden später den Pass von Luca Cunti ins Tor. Hier zeigte sich wieder einmal: Durchsetzungswille und Stehauf Qualitäten lohnen sich im Eishockey!

Fast schon zu ruhig zum Sieg
Achja, was bleibt uns noch von Genf zu berichten, diese spielten zwar mit, aber hatten weder die nötige Durchsetzungskraft noch das letzte Quäntchen an Glück vor dem Tor. Immer wieder scheiterten sie an sich und am mittlerweile in Euphorie geratenen Melvin Nyffeler. Dessen Name nun auch mehr und mehr aus dem Gästeblock skandiert wurde, er genoss dies sichtlich, wie sich auch nach Spielschluss noch zeigen sollte.

So zerrannen also die Minuten und dem Team von Chris McSorley lief die Zeit davon. Mark Bastl hätte wenige Minuten vor Ende, per Penalty, die Entscheidung auf dem Stock gehabt. Doch das 1:1 ohne Gegenspieler bleibt weiterhin eine Schwäche der Zürcher. Was Bastl verpasste, machte Wick 74 Sekunden vor Abpfiff besser. Im Fallen schob er die Scheibe an Stephan vorbei, die Vorlage dabei gab Robert Nilsson, welcher mit seiner Linie auch heute wieder zu überzeugen vermochte.

Das Spiel also vorbei und damit konnte sofort zu den Feierlichkeiten übergegangen werden. Nyffeler wurde von seinen Teamkollegen vor die Welle beordert und dieser durfte sich feiern lassen für seine NLA-Premiere und natürlich gleichzeitig auch für seinen Shootout. Vom spielerischen her war diese Partie sicher nicht am oberen Limit, aber die drei Punkte und der erfreuliche Auftritt von Nyffeler machten diese Auswärtsfahrt dennoch zu einem lohnenswerten Ausflug!

3 Gedanken zu „Nyffeler und der zweite Auswärtssieg

  1. Sehr schön zu sehen, wie dieses Team momentan spielt.
    Im Gegensatz zu anderen Saisons fällt auch praktisch keiner ab und neue, Ergänzungsspieler fügen sich nahtlos ein.

    Jemanden aktuell herauszuheben fällt schwer.
    – Wick spielt klasse
    – Cunti, nochmals eine Steigerung zur letzten Saison
    – Bergeron, gefällt als BL ganz gut auch +/- meines Wissens führend (guter Transfer von ES)
    – Bärtschi, fand zurück zur alten Form
    – Nilsson, lies durchblicken, dass er unser Paulsson sein kann
    – Bastel, leistet mit seinem Holzfällerstil wertvolle Arbeit
    – Trachsler, eher unauffällig, dennoch sehr wertvoll

    Potenzial nach oben haben m.M.n
    – Schäppi
    – Shannon

    Wer vermisst da noch Monet und Ambühl??

    Aktuell sehe ich den Z als Meisterschaftsmitfavorit – klar, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, doch wenn sie so weiterspielen…

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