Ein Sieg, der am Schluss noch einmal unnötig in Gefahr geriet

ZSC – EV Zug 7:4 (2:0, 3:2, 2:2)

Sie wird und wird nicht kürzer, die Liste der verletzten Spieler beim Z. Ausser Raeto Raffainer verzichtete die sportliche Führung auch heute darauf, von GCK Spieler in die erste Mannschaft zu nehmen. So blieb die achte Verteidigungsposition heute leer und Crawford formierte mit Wick, Shannon und Cunti einen vermeintlichen „Hammersturm“!

Starker und schneller Start des Z
Es war wahrlich von Beginn an zu sehen, dass die Zürcher keinen Schaden aus den beiden Niederlagen gezogen hatten. Sie spielten physisch, aggressiv und, so wirkte es zumindest im Vergleich zu anderen Partien dieser Saison, zielstrebiger auf das Tor des Gegners. In der zehnten Minute wurde dies auch belohnt, Baltisberger und Bastl stocherten vor Kilpelainen, dem neuen Torhüter von Zug, nach bis Bastl die Scheibe in die Maschen versenkte. Nun erlitt das Zürcher Spiel einen Einbruch, während zwei bis drei Minuten lief gar nichts. Doch Zug konnte dieses Time-Out der Zürcher nicht nutzen und so blieb es beim 1:0. Bis zur 19. Minute, einem Pass von Keller in der Mittelzone und dem Traumabschluss von Cunti. Der Zürcher Topscorer erhielt die Scheibe unmittelbar nach der Mittellinie, liess die Verteidigung alt aussehen und düpierte auch noch den Torhüter der Innerschweizer! Phantastisch.

Vieles gut, aber nicht alles
Auch im zweiten Drittel wollten die Zürcher die angeschlagene Marschroute beibehalten. Doch in der 22. Minute gab es zuerst einen Schock, im Powerplay traf Zug nur die Torumrandung. Man sah bereits mit dem ersten Treffer konfrontiert, doch die Schiedsrichter betrachteten sich das Video (zum Glück) nicht. Auf der anderen Seite jubelten dann die Zürcher in der 27. Minuten, nach dem zweiten Treffer von Cunti. Im Stile eines coolen Torschützen stand er genau dort, wo er eben musste im Powerplay. Dies verleite dem Z noch mehr Schwung, es lief die 28. Minute und Baltisberger provozierte einen Abpraller beim EVZ, was Kenins zum vierten Tor nutzte. Es gelang nun fast alles, aber eben nur fast, denn in der 34. Minute gab es denn doch eher unnötigen Anschluss von Zug. Dieses Tor konterten die Zürcher aber postwendend und zwar in der 36. Minute und einer zwei gegen eins Situation. Bastl passte nicht zu Baltisberger in die Mitte, sondern zog selber ab und war damit erfolgreich! Der ZSC nun wieder im Aufwind, aber das Drittel war nicht vorbei und dies war Zug bewusster als dem Z. In der 39. Minute gab es kurz vor Ende noch den erneuten Anschlusstreffer.

Noch einmal Nerven gezeigt
Der Treffer von Zug kurz vor Ende des zweiten Drittel bedeutete mehr als nur Resultatkosmetik. Das Heimteam wirkte fortan nicht mehr so souverän und obwohl Bärtschi in der 45. Minute das sechste Tor verbuchte, wirkte das Team von Marc Crawford nicht mehr derart stilsicher wie noch in den ersten zwei Dritteln. Auf dem Resultatblatt machte sich das in den Minuten 53. und 54. bemerkbar, als Zug gleich zwei Treffer zu Stande brachte. Fand das 6:3 noch bei nummerischer Gleichzahl statt, so kassierten die Zürcher beim vierten Zuger Tor erneut ein Tor im Powerplay. Und nun zitterte es bei den Jungs auf dem Eis und zwar ganz gehörig. Es machte sich schon wieder Ernüchterung breit beim Zürcher Publikum – trotz eines Vorsprungs von zwei Längen wirkte diese Partie noch nicht im Trockenen!

Erst als Wick per Buebetrickli um 7:4 einschob löste sich dieser Druck und der Sieg stand fest für den Z. Im Endeffekt waren drei Punkte hochverdient, aber solche Spiele darfst Du eigentlich nicht mehr so eng werden lassen. Mark Bastl formulierte es am Ende richtig: „Wir sind zufrieden mit den drei Punkten, nicht aber damit, dass wir es am Ende noch einmal so spannend machten“.