Auswärtsreisebericht: Zu Gast beim EHC Kloten

Mitten in der Nacht, okey es war schon kurz vor zwei Uhr am Nachmittag da traffen sich gut 100 Zürcher Anhänger am Bahnhof Oerlikon zum ersten Derby in diesem Jahr. Alle drei Derbies, die dieses Jahr in Kloten angesetzt sind, werden an einem Sonntag um 15:45 angepfiffen. Welch komischer Zufall! Umso besser also, dass der Fanmarsch, welcher ausnahmsweise über den Zürich Flughafen und Balsberg stattfand, total friedlich verlief.Die gut 100 mitgereisten Anhänger machten sich im Flughafengebäude lautstark bemerkbar, was einige Touristen so sehr entzückte, dass dies gleich als Erinnerungsfoto des Urlaubs herhalten musste. Ein amusantes Bild gab es ab, als sich alle Fans auf die Rolltreppe begaben, was zu einem regelrechten Stau vor dieser führte. Tramnummer 10 fuhr die Zürcher Gruppe dann bis zum Bahnhof Balsberg, wo sich die Gruppe sammelte, die Zaunfahne vor sich aufspannte und den langen Fussmarsch in Richtung Schluefweg anfing.

Vom Bahnhof Balsberg ist es deutlich länger zum Stadion, als vom Bahnhof Kloten. Dies machte sich insbesondere in den letzten Metern bemerkbar, war der Anfang noch lautstark und farbenfroh, so verpuffte die Energie bei den mitgereisten Fans mehr und mehr. Dennoch durfte der Fussmarsch als äusserst positiv gewertet werden, da er ein starkes Zeichen gegen die medialen Schlagzeilen über Sportfans war. In Zeiten wo bereits ein Kleber an einer Bushaltestelle als Sachbeschädigung gilt, sind solche Aktionen ein wichtiges Statement.

Im Stadion angekommen, ging die Stimmung dann wieder deutlich nach oben, denn es stand ja nicht irgendein Spiel auf dem Programm, sondern ein Derby! Eine grosse Choreo zu Spielbeginn der Klotener Fans überragte dann die Startphase. Auch wenn sie für den falschen Club war, so ist dieser Aufwand dennoch zu würdigen. Dagegen konnten die Gäste natürlich nicht kontern, es wurde aber auch bewusst auf Aktionen verzichtet, eben aufgrund des Umstandes, dass alle Derbies an Sonntagen stattfinden. Zu Beginn des zweiten Drittels machten die Gäste mit einem Spruchband darauf aufmerksam: „Derbies am Sonntag isch wie Bier ohni Alkohol“.

Je länger das Spiel dann dauerte, desto mehr flachte die Stimmung im Schluefweg ab – auf beiden Seiten des Plexiglases. Highlight war dann das Penaltyschiessen, welches normalerweis am meisten Nervenkitzel beinhaltet, war dieses Mal flau und langweillig. Die Zürcher Spieler machten da gleich mit und gaben mehr Rückpässe zu Gerber, als ernsthafte Versuche ein Tor zu schiessen.

So endete ein Derby, welches so noch zwei Mal gibt an einem Sonntagnachmittag. Die Zürcher Fans reisten enttäuscht zurück, Möglichkeit zur Widergutmachtung gibt es bereits morgen Dienstag gegen den EV Zug.