Wenn der ZSC sich selber bezwingt…

ZSC – HC Genf-Servette 2:3 (2:0, 0:0, 0:2) n.P.

Der ZSC agierte mit derselben Aufstellung wie noch gegen den HC Lugano; also weiterhin ohne Nilsson und McCarthy. Bei Genf dagegen fehlte Hollenstein und erstmals dabei war Daugavins, der Lettische Nationalmannschaftsspieler und Teamkollege von Kenins. Was hatte Genf als Tabellenletzter zu bieten? Kam heute eine Reaktion?

Bärtschi und Kenins
Zuerst erhielt man den Eindruck, dass McSorley sein Team richtig heiss gemacht hatte auf diese Begegnung. Doch bereits nach einigen Minuten gab Genf das Spieldiktat wieder ab, wohl auch deshalb, weil der Z defensiv erneut sehr solide wirkte. Nach sieben Minuten war es dann endgültig vorbei um den Genfer Start. Kenins rauschte über den rechten Flügel, vorbei an Freund und Feind, legte die Scheibe zurück in den Raum und dort beförderte Bärtschi diese in die Maschen. Ein wunderbares Tor – wooow! Grandios Kenins. Der Z war nun im Aufwind und drei Minuten später wieder am jubeln: wieder Bärtschi und wieder auf Pass von Kenins. Diesmal war Bärtschi zwar im Slot abgedeckt, aber er erarbeitete sich den nötigen Freiraum für einen erfolgreichen Abschluss. Nun hetzte McSorley seine Mannen wie Furien auf den ZSC.

McSorleys Einfluss und Flüeler
Doch Marc Crawford hatte seine Jungs im Griff und sie sich auch. Defensiv aber schlichen sich nun beim ZSC mehr und mehr Fehler ein. Man lechzte quasi nach dem ersten Gegentor vor heimischem Publikum. Aber irgendwie half das Glück und insbesondere Flüeler. Selbst als Rivera und Maurer sich eine Keilerei leisteten, beide Teams aber in nummerischer Gleichzahl weiterspielen konnte, blieben die Zürcher ruhig. Und dann musste auch noch Seger auf die Strafbank und Genf hatte eine Powerplaychance. Kurz vor Ende dieser hielt Flüeler phänomenal als zwei Genfer alleine vor ihm auftauchten. Der ist echt in einer eigenen Form, erneut zwei Drittel ohne Gegentor.

Besser und dümmer
Die Welt der Zürcher war in Ordnung. Genf zeigte kaum Möglichkeiten und es plätscherte so dahin, dieses Spiel, also eigentlich als Folge: der Sieg. Und ja, genau dies wurde dem Z zum Verhängnis, man war derart viel besser, dass man es auch während fünf Minuten Powerplay nicht genug konsequent ausnutzen wollte. Ich erwähne meine Vorschauen nicht gerne, denn ich bin Fan und kein selbsternannter Hockeyexperte. Aber der ZSC verliess sich zu fest auf seine Defensive und da stand es 2:2. Beide Genfer Tore fielen in der besagten fünfminütigen Powerplaysituation! Zwei Tore in Überzahl zu kassieren, ja dies ist nur noch naiv!

Brauchte es noch einen Beweis dafür, dann die Chance von Kenins. Sekunden vor Ende – erneut im Powerplay – verschoss er vor dem leeren Tor. Ja und solche Spiele muss man dann auch verlieren um einen Denkzettel zu erhalten. Indizien dazu gab schon Crawford als er Künzle, Zangger und Geering zu den Penalties anlaufen liess. Der ZSC verlor heute nicht nur das Spiel, sondern wohl auch einiges an Selbstvertrauen. Solche Niederlagen nagen wohl noch einige Stunden am Team und dies ist auch gut so!

6 Gedanken zu „Wenn der ZSC sich selber bezwingt…

  1. Bin einverstanden , bis auf den letzten Satz. Solche Niederlagen können genau das Gegenteil bewirken, alles andere als Selbstvertrauen. Eher die Frage, wie gehen die Spieler/Trainer mit einer solchen unnötigen Niederlage um. Wie können Sie das im Derby korrigieren? Dass Sie Spielen können, das haben Sie gestern Teilweise eindrücklich bewiesen. Bin mal jetzt gespannt wie Sie mit dem Druck umgehen können.

  2. Bin absolut einverstanden auch mit dem letzten Satz. Die noch junge Truppe hat bewiesen was sie könnte, nun müssen Sie konzentrierter rangehen und vielleicht auch mal reagieren können. Bis jetzt mussten/konnten sie noch keinen Rückstand aufholen, auch das muss gelernt sein. Zum Glück passiert das anfangs Saison…!

    • Ich denke auch, dass solche Niederlagen an einer Mannschaft „nagen“ und dies muss auch so sein. Spielerisch und phsyisch passt es schon ziemlich gut, aber am Dienstag hat es der ZSC schlicht verpasst die Entscheidung zu suchen. Ja, es wirkte teilweise fast schon „überheblich“ und solche Dinge gehen einfach nicht und voila, es wurde bestraft.

  3. Mich würde noch wunder nehmen wie die Auswahl der Penalty-Schützen getroffen wurde. Wollte man die Jungen den Druck fühlen lassen?

    • Crawford wollte ein Ausrufezeichen gegen die „Routinieres“ setzen, deren Erfahrung eigentlich ausreichen müsste um zu wissen, dass ein 2:0 und die absolute Überlegenheit nicht ausreichen um ein Spiel nach Hause zu verwalten…

  4. Dies finde ich der erste richtig sympatische Schachzug von Crawford. Mehr als verschiessen wie die Routiniers können ja auch die jungen nicht. Zanggers Penalty war auf jeden Fall einfallsreicher geschossen als der von Wick…!

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