Und dann wurde in Zürich Hockeygeschichte geschrieben

ZSC – HC Davos 2:0 (0:0, 2:0, 0:0)

Letzte Hinweise von Marc Crawford

Letzte Hinweise von Marc Crawford

Es war also angerichtet, das Spiel 7 und die damit verbundene Entscheidung in dieser Serie. Heute gab es nur Sieg oder Niederlage – nicht mehr und nicht weniger. Ein Spiel, welches zwischen Sommer und Winter entscheiden würde, war heute im Zürcher Hallenstadion, dass zum ersten Mal in diesen Playoffs ausverkauft war, angesagt. Die Nervosität entsprechend, vor allem auf den Rängen. Bereits vor Spielbeginn war dieses unglaubliche „Kribbeln“ zu spüren. Noch etwas zusätzliche Emotionen brachte die Rückkehr von Reto von Arx in die Halle – anscheinend war die Sache doch etwas harmloser, als vom Davoser Staff angeben. Für Spiel 7 hatten die Davoser offensichtlich nicht mehr den Mut, den von Arx-Poker durchzuziehen.

Es begann also ein Spiel, welches meine Nerven nicht mehr belasten hätten können. Der Z startete für einmal nicht derart druckvoll, wie noch in den beiden Spielen zuvor. Dies war aber auch durchaus verständlich, ging es doch um zu viel an diesem Abend. So erstaunte es nicht, dass das erste Drittel zwar Chancen beinhaltete, aber keine Tore fielen. Meinen Nerven tat dies zwar nicht gut, aber immerhin hatte ich 20 Minuten dieses Spiels überstanden.

Noch mehr Nerven verloren, aber immerhin in Führung
Was würde Drittel Nummer 2 dieser Belle bringen? Es wurde jedenfalls zum offenen Schlagabtausch in diesem Drittel, welcher der ZSC mehr und mehr in den Griff kriegte. Aber es wären Tore auf beiden Seiten möglich gewesen. Bis zur 32. Minute, dann stand das Hallenstadion Kopf. Shannon versenkte von der blauen Linie, es lief gerade eine Strafe aufgrund übertriebener Härte, und löste Emotionen im prall gefüllten Hallenstadion aus, die es so in dieser Saison noch nicht zu sehen waren. Und nun powerten die Zürcher auf den zweiten Treffer, den ein Vorsprung mit nur einem Tor ist eigentlich nichts. Dies war auch meinen Nerven anzumerken, welche weiterhin gut strapaziert wurden. Ich begann mich trotzdem damit abzufinden, bis ich drei Sekunden vor Drittelsende meinen Emotionen freien Lauf lassen durfte. Wick behauptete die Scheibe und brachte sie vor Genoni, doch Ambühls Stock war schneller und lenkte den Hartgummi ins Tor – Stillstand, Jubel, Bierflug und ein bisschen Erlösung. Aber noch waren 20 Minuten zu gehen.

Davos besser, Zürich weiter
JubelEin Drittel musste noch gespielt werden, es waren 1200 Sekunden die meine Nerven weiter belasteten. Aber Zürich spielte es clever durch und es wurde von Sekunde zu Sekunde zu realistischer, dass wir den Mythos HCD und seine Ungeschlagenheit in der Belle beenden konnten. Was noch auf das Tor der Zürcher kam, wurde von Flüeler in einer Art und Form pariert, wie es ruhiger nicht hätte sein können. Ich erspar Euch die Strafen des HCD, den verschossenen Penalty von Wick und alles Leiden dazu. Ich sag Euch nur etwas: Mir sind im Halbfinal!!!

Wir haben einen 1:3 Rückstand gekehrt, die Geschichte neu geschrieben und allen gezeigt: Glaubed ned ah Statistike, glaubed ah Eus. Züri mir sind Meischter und mir blibeds na! Lasst uns eine Nacht feiern – wir haben es verdient.