Warum ist der ZSC aktuell so stark?

Negativserien und fehlende Konstanz ist immer schnell zu begründen: viele Fehler, ungenügend Chancenauswertung oder mangelnder Einsatz. Noch vor gut vier Wochen schrieb der ZSC solche Schlagzeilen. Keine Konstanz und mit den Abgängen von Tambellini und Brule, sowie den frühzeitig kommunizierten Wechseln von Monnet und Ambühl schien offensichtlich auch noch ein Problem in der Mannschaft zu herrschen. Der Sportchef wurde kritisiert und sogar der Trainer kam nicht komplett ungeschoren davon. Gut vier Wochen später und sieben Siege später sind diese Stimmen fast komplett verstummt. Warum aber hat der ZSC in den letzten neun Partien nur gerade zwei verloren? Wir haben uns auf Ursachenforschung begeben und die drei Hauptgründe aufgelistet.

1. Kaltblütigkeit und defensive Stabilität
Statistiken lügen nie, oder zumindest selten. So auch im vorliegenden Fall, denn betrachtet man nur die Partien im 2013 so spricht die Statistik klar für den ZSC. Seit dem Neujahr haben die Zürcher an Kaltblütigkeit und Torgefährlichkeit zugelegt. Über 10% aller Schüsse landen bei den gegnerischen Torhütern im Netz, dagegen muss Lukas Flüeler nur bei 6 von 100 Schüssen hinter sich greifen. 30 erzielten Toren stehen nur gerade 16 erhaltene Treffer gegenüber und dies in neun betrachteten Partien. Und dies obwohl die Anzahl abgegebener Torschüsse (276) nur minim höher ist, als jene der zugelassenen Abschlüsse (268) auf Lukas Flüeler und Tim Wolf.

2. Eine nachrückende Generation
Mit den Abgängen von Tambellini und Brule, sowie den zukünftigen Verlusten von Monnet und Ambühl entstehen Lücken im Zürcher Team. Seit Neujahr lässt deshalb Marc Crawford bewusst die jüngeren Spieler mehr Verantwortung tragen um sie so auf die nächste Saison vorzubereiten. Stellvertretend dafür steht Luca Cunti, welcher in den letzten neun Spielen nicht weniger als 10 Punkte verbuchte (5 Tore und 5 Vorlagen). Aber auch Schäppi, Kenins und Baltisberger scheinen der wachsenden Verantwortung mehr und mehr gerecht zu werden. Kenins ist mit fünf Torvorlagen und einem Tor ebenfalls gut in das neue Jahr gestartet. Chris Baltisberger ist zudem am letzten Dienstag in Ambri seine Torpremiere in der NLA gelungen. Nachdem er über 50 Partien auf diesen erlösenden Treffer warten musste.

3. Das Kollektiv funktioniert
Vielleicht aber fast der Hauptgrund für das aktuelle Formhoch der Zürcher ist das Kollektiv. Bestes Beispiel dafür war die gestrige Partie gegen Genf-Servette. Ryan Shannon fiel aufgrund einer Sperre aus, etwas überraschend lies Crawford den gelernten Verteidiger Daniel Schnyder an seiner Stelle spielen. Prompt zeigte Schnyder den vielleicht auffälligsten Auftritt im Zürcher Dress. Mit seinen zwei Toren und dem Assist wurde er zum Spieler des Abends. Ein solcher Erfolg einer taktischen Rochade spricht auch für die interne Stimmung in der Mannschaft. Mit den aktuellen Leistungsmöglichkeiten scheint der ZSC auf gutem Weg zu sein, auch dieses Jahr möglicherweise eine lange Playoffkampagne vor sich zu haben.

5 Gedanken zu „Warum ist der ZSC aktuell so stark?

  1. was man noch erwähnen könnte, ist dass die abgänge keine charakterschweine sind wie gardner dazumals! sie zeigen auch jetzt noch ansprechendes hockey.

    ps: em schnyder en vertrag!

  2. Da geb ich dem Graf recht, vorallem bei Ambühl könnte man meinen er spiele um einen neuen Vertrag. 🙂 Schön dass wir wieder 4 ausgeglichene Linien haben, das hat am Anfang etwas gefehlt.
    Schnyder einen Vertrag als Center!!! 🙂

  3. Ich glaube Ambühl kann gar nicht anders als vollen Einsatz geben was anderes kennt er nicht!! Und Monnets Herz gehört trotz seiner Entscheidung im Moment 100% dem ZSC, das wird ein emotionaler Abschied. Ich möchte auch noch erwähnen das Lashoff sich doch in den letzten Spielen gesteigert hat, was nach der Kritik auch mal erwähnt werden darf. Spielt sehr solid. Ein wichtiger Faktor ist meiner Meinung nach auch das wir jetzt 4 funktionierende Linien haben die nicht mehr andauernd gewechselt werden. Während der Saison war ich mir oft unsicher ob das Kollektiv funktioniert und der Teamgeist intakt ist, darüber mache ich mir keine Sorgen mehr jeder geht für den anderen!
    Playoffs chönd cho. Holemer dä Titel 🙂

  4. De 2. Abschnitt namal lese sven… ersti satz…
    De monnet isch zwar nr.7 abr s 7. Wort sett ned „Monnet“ sii… 😉

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