Ein Symphatieträger geht auf Abschiedstour

Trotz dem Derbysieg, welcher dem ZSC den dritten Vollerfolg aneinander bescherte, war der Abgang von Thibaut Monnet das Hauptthema. Der zurückhaltende und symphatische Stürmer, welcher am 2. Februar 1982 in Martigny geboren wurde, war gestern der Matchwinner und ist aktuell der beste Skorer in den Zürcher Reihen. Woher kommt Monnet und was sind seine Beweggründe für den Abgang nach sechs Jahren ZSC?

Der Werdegang des Thibaut Monnet
Seine ersten Schritte im professionellen Eishockeygeschäft machte Monnet im Jahre 1997 bei Martigny in der NLB. Schnell wurde er in den Kader der U-18 und U-20 Nationalmannschaft aufgenommen und zeigte auch dort bereits sein Können. Den Sprung in die NLA packte Monnet dann drei Jahre später, er war in La Chaux-de-Fonds unter Vertrag und schlug von Beginn an ein. 39 Spiele, 15 Tore und 8 Assists waren die eindrückliche Bilanz seiner ersten Saison in der obersten Spielklasse.

Damit wurden natürlich sofort andere Clubs auf den jungen Schweizer Stürmer aufmerksam. Gotteron machte das Rennen, aber nur für zwei Jahre, dann zog der Stürmer weiter ins Emmental. In Langnau konnte er sein Spiel noch einmal auf eine höhere Stufe entwickeln. Einem grossen Rückschritt in der Saison 2005/06 mit dem Wechsel nach Bern, folgte die Rückkehr nach Fribourg und dort zeigte er eine derart gute Saison, dass er in den Fokus vieler NLA Clubs geriet.

Thibaut Monnet beim ZSC
Mit der Saison 07/08 startete die Beziehung zwischen Monnet und dem ZSC. Es war eine, welche auf Anhieb funktionierte. Bereits in der ersten Saison konnte Monnet seinen ersten Titel feierte. Mit 4 Toren und 11 Assists in den Playoffs war Monnet ein wichtiger Bestandteil der Meistermannschaft. Es folgten weitere Erfolge für Monnet und den ZSC, welche gemeinsam die Champions Hockey League und den Victorias Cup gewannen. Monnet war jeweils immer ein ausschlaggebender Faktor für die Triumphe der Zürcher.

Aber es konnte nicht immer so weiter gehen. Drei Mal scheiterte er mit seinem Team bereits in den Viertelfinals der Playoffs und jedes Mal lag es eigentlich nicht an Monnet, denn der Stürmer zeigte jeweils eine konstante Leistung. Konnte aber die Mannschaft nicht aus dem Sumpf ziehen. Der Tiefpunkt folgte für Monnet in der Qualifikation der Saison 2011/12. Der neue Schleifer – Bob Hartley – war offensichtlich kein Fan von Thibaut und der doch eher feinfühlige Stürmer kam nicht auf Touren. Seine statistisch schlechteste NLA Saison seit dem Transfer zum SC Bern war die Folge davon. Doch als es plötzlich in die entscheidende Phase der Saison ging, da war er – wie auch seine meisten übrigen Mitspieler – auf der Höhe der Aufgabe. Monnet steuerte fünf Tore und acht Assists zum zweiten Meistertitel seiner Ära bei.

Ein Abgang mit dem Hintergrund seiner Zukunft
Eigentlich lief doch alles gut und Monnet ist aktuell auch wieder mit dem gelben Topscorer Helm auf dem Eis unterwegs. An der sportlichen Perspektive und den Leistungen lag es also nicht. Aber Monnet möchte mit dem erneuten Wechsel zum HC Fribourg-Gotteron einen Schritt in seine Zukunft tun. Monnet mag ein begnadeter Spieler sein und seine Flippässe sind wohl die besten, welche es in der NLA zu sehen gibt, aber mit der deutschen Sprache konnte er sich nie anfreunden. Noch heute bieten die Interviews mit ihm mehr Unterhaltung, als wirklich sachlichen Inhalt über das künftige oder vergangene Spiel.

Es ist also wohl weniger ein finanzieller oder sportlicher Entscheid. Viel mehr spielen Herkunft und Sprache bei seinen Überlegungen die entscheidende Rolle. Und trotzdem dürfte der Verlust von Monnet noch schmerzlich zu bemerken sein, denn ein Stürmer von seinem Format gibt es nicht an jeder Ecke zu haben.

Danke Thibaut für die Zeit in Zürich, für die zwei Meistertitel und hoffentlich noch für einen dritten! Merci Thibaut!

 

3 Gedanken zu „Ein Symphatieträger geht auf Abschiedstour

  1. Monnet ist kein gewichtiger Abgang (auch wenn er jetzt gerade topscorer ist).
    M.M.n. ein launischer Spieler, ein Talent welches nur selten 100% davon ausschöpft, zudem vom Alter her am Zenit seiner Karriere. Reisende soll man nicht aufhalten, zudem hat ihm FG sicherlich einen lukrativ(eren) Rentenvertrag gegeben.
    Sein Abgang schaft Platz für einen Junior.
    Zweifelsohne „en gmögige“.

    Ambühls Abgang würde einiges mehr schmerzen. Spielertypen wie er sind selten.

  2. Ja verdammtt! Ambühl darf einfach nicht gehen! So einen Charakter muss man behalten!

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