Selbstzerfleischung im Schluefweg

„Züri isch Meischter und Chlote isch bankrott“, hallte es in der Meisternacht mehrmals durch die Festlichkeiten der Meisterfeier in Zürich-Oerlikon. Eine Mischung aus Euphorie und Schadenfreude steckt hinter diesem Text und er zeigt gleichzeitig auf, wie gross die Rivalität zwischen den beiden Clubs und deren Anhänger ist. Und spätestens in der aktuellen Situation, wenn ein weiterer potenzieller Investor wortwörtlich vertrieben wurde, ist die Devise klar: Kloten gehört in die oberste Spielklasse.

Ein Mann – ein Trümmerhaufen
Bitter ist die Leidensgeschichte besonders deshalb, weil die Krise nicht durch jene ausgetragen wird, welche sie zu Verschulden haben, sondern durch Fans, Spieler und neue Investoren. Treue Fans, welche den Betrag für die neue Saisonkarte bereits berappt haben, gehen bei einem Konkurs wohl leer aus. Mitspracherecht gab es keines, dafür finanzielle Mitverantwortung. Ob das der Sinn des Erfinders war?

Leidenschaft, Emotionen und Herzblut
Die Emotionen, welche bei einem Derby freigesetzt werden, gehören zum Sport. Keine Niederlage schmerzt mehr als eine Derbyniederlage und kaum ein Sieg ist wertvoller als ein Derbysieg. Kurz Derbys gehören zur Eishockeysaison und auch wenn sie in den letzten Jahren etwas an Tradition eingebüsst haben, so sind sie immer noch speziell und einzigartig. Sei es nun gegen Lausanne oder gegen Langenthal – ein Derby ist nicht zu kompensieren.

Vom Fussball zum Eishockey?
Wie man einen Ligabetrieb in die Lächerlichkeit führt, hat die Schweizer Fussballsaison 2011/12 eindrücklich vorgezeigt. Mit dem Konkurs von Xamax, dem Punktabzug von Sion und dem „fast“ Bankrott von Servette wurde der Schweizer Fussball zur Farce. So weit ist es auf den Schweizer Eisflächen noch nicht, aber mit dem EHC Kloten ist bereits ein erstes prominentes Opfer ordentlich in der Schieflage und weitere Clubs könnten folgen.

Nun, hoffen wir es nicht und hoffentlich dürfen wir auch nächstes Jahr wieder die Derby-Atmosphäre erleben. Bis dahin gibt es aber für den Kantonsrivalen einiges an Hausaufgaben zu erledigen…

12 Gedanken zu „Selbstzerfleischung im Schluefweg

  1. welche derbys? die gefühlten hundert in den letzten 2-3 jahren ? die werden immer mehr zur gewöhndlichen spielen…

  2. Als ZSCler ein Stich ins Herz diesen Gejammere Kack zu lesen
    Grüezi Kloten Blog

  3. Nun, das Gejammer betreiben unsere Kantonsrivalen schon zu Genüge. Wohl zu Recht, hat dort doch einer ordentlich Bockmist vollbracht.

    Dies kann uns primär egal sein, aber mit den Derbies würden wichtige Spiele während der Saison fehlen. Und das kannst Du als wahrer Z Fan kaum gut finden!???

  4. @Tiffany: Nochmal. Wir weinen unserem Erzrivalen nicht hinterher. Aber es braucht einfach Derbies während der Saison. Und da zähle ich die Spiele gegen Rapperswil nicht dazu!

  5. Ich hasse dad gejammer von denen die sagen das das hier ein gejammer sei.
    Was in kloten abgelaufen ist, ist schlicht und einfach traurig. Klar mögen wir sie nicht. Aber es geht ums prinzip.
    Es zeigt auch auf was mit kommerz kann, nähmlich das gegenteil des erhofften

  6. Ob sie jetzt konkurs gehen oder nicht ist mir ziemlich egal auch die derbys waren ja schon lange nicht mehr das gleiche wie vor ein paar jahren und ich fahre ja an die spiele um den zsc zu unterstützen und für ihn durchzudreihen da ists mir ziemlich wurst wer auf der anderen seite steht
    adde messi

  7. guter text. mir würden die derbys fehlen.
    allerdings: lausanne in der NLA wäre ne feine sache. allerdings lieber auf kosten von rapperswil…

  8. ebenfalls würde mit kloten die letzte destination wegfallen, an der märsche zum stadion noch regelmässig stattfinden!
    falls es jedoch wirklich dazu kommen sollte, dass sie sich nicht retten können, hoffe ich auf eine saison mit 11 teams, da die zusatzrunden so schlecht durchführbar sind! gegen jeden 4x spielen, also 40 spiele reichen völlig! lausanne würde dann einfach eine saison später im a spielen…

  9. also als fan bin ich natürlich massivst schadenfroh, wenn kloten grounded. aus sportlicher sicht ist es eine katastrophe was hier abläuft. ich warne vor zu viel überheblichkeit. kein team ist vor einem grounding sicher. springen wichtige sponsoren wie frey, spuhler und co. ab, so hat auch der Z ein problem. mit lausanne im hasta haben wir keine zuschauer. mal abgesehen von der derby-stimmung, die wir in zukunft auch vergessen können… bin allerdings auch der meinung, dass 50 spiele zu viel sind. mit 11 mannschaften kann die liga nicht starten, also wird wohl lausanne nachrücken. na denn prost mit einem feinen waadtländer weisswein, und harren wir mal der dinge die noch kommen mögen…

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