Schonungslose Analyse

Eishockey ist ein Teamsport. Ein Team gewinnt zusammen und es verliert gemeinsam. Dennoch muss sich, besonders bei einem 1:3 in einer Finalserie, jeder schonungslos den Spiegel vor das Gesicht halten und seine Fehler eingestehen. Wir tun dies hier ebenfalls, mit einigen Exponenten aus der Mannschaft.

Mathias Seger
Viele Fehlpässe und kaum ein öffnender Pass aus der eigenen Zone, welcher nicht entweder im Icing oder beim Gegner landete. Vertändelte zum Schluss, als Flüeler bereits aus dem Tor geeilt war, die Scheibe und zerstörte damit die letzte Hoffnung auf den Ausgleichstreffer.

Domenico Pittis
Eigentlich ein Führungsspieler, aber diese Qualitäten konnte er bisher noch gar nicht umsetzen. Ist Pittis noch immer leicht angeschlagen oder verletzt? Nun, dies zählt alles natürlich nicht, denn die Erwartungen sind gross und Pittis vermag zurzeit keine Impulse zu geben.

Patrick Geering
Zwar noch ein junger, aber dennoch schon routinierter Verteidiger, der auch schon den Final 07/08 miterlebte. Machte bisher eine grosse Playoffkampagne, aber nun scheint auch er seine Top-Form verloren zu haben. Ist immer einen Schritt langsamer als seine Gegner und trifft zurzeit auch immer wieder die falschen Entscheidungen.

Severin Blindenbacher
Eigentlich eine wichtige Stütze im Zürcher Powerplay und oft als Blueliner eingesetzt. Aber da kommt gar nichts, Blindenbacher scheint total an diesem Playoff-Final vorbeizugehen. Auch seine Angriffsauslösungen fanden gestern nur selten den Stock des eigenen Mitspielers.

Teamarbeit Powerplay
Und was ist eigentlich genau mit dem Powerplay los? Die ersten 50 Sekunden benötigen wir um uns halbwegs in der Zone zu installieren. Um anschliessend mit hektischen Aktionen dem Gegner wieder die Chance zur Befreiung zu geben. Da muss mehr kommen.

Realistische Beurteilung der Situation
Zum Schluss müssen wir noch begreifen in welcher Situation wir stecken. Wir sind 1:3 im Final zurück, spielen die nächste Partie auswärts und haben dort bereits zwei Spiele verloren. Seit 125 Spielminuten sind wir torlos. Und am Donnerstag werden wir noch einmal versuchen die Serie um ein Heimspiel zu verlängern. Mehr nicht! Die gestern gehörten Durchhalteparolen klingen mehr nach Aufgabe, als nach realistischer Einschätzung und bedingungslosem Kampf bis zum Schluss…

10 Gedanken zu „Schonungslose Analyse

  1. Sehr gut zusammengefasst!
    Es scheint fast so, als seien die Spieler mit dem erreichen des Finals bereits zufrieden. Den unbändigen Siegeswillen aus den 1/4 + 1/2 Final ist verflogen und mit ihm auch das Glück des Tüchtigen.
    Schade, diese Berner wären zu bezwingen (gewesen).
    Eine grosse Chance auf einen weiteren Meistertitel vertan?
    PP rege ich mich schon gar nicht mehr auf. Das ist schon fast lächerlich was hier abgeht (Galgenhumor).
    Mag mich an die Finalserie gegen Lugano erinnern, als das PP für beide Mannschaften der Schlüssel zum Erfolg war und es jedesmal Brandgefährlich wurde.
    Cunti scheint der Einzige zu sein, welcher die Scheibe mit Speed ins gegnerische Drittel tragen kann. Die restlichen versuchen es mit der Hauruckmethode (Scheibe tief) funktioniert nicht (wenn man ihr nicht konsequent nachgeht) !!
    Aja… und Bührer ist bei weitem kein Übergoali – dermassen viel Abpraller, man müsste sie nur nutzen!

  2. Was ist mit Jeff? Der macht auch nix mehr. Oder Mc Eisenhand wo hinten gut arbeitet aber kein Pass spielen kann das Tor nicht trifft und technisch nix drauf hat. Vom Rest reden wir gar nicht. Bob trifft auch nicht die richtigen Entscheidungen.

  3. wenn geerings schuss statt an die latte ins tor geht, wird er hier als matchwinner gefeiert und wir machen uns gedanken, wie wir in bern gewinnen können. so kippt das spiel leider einmal mehr auf die seite der berner und natürlich haben wir keinen siegeswillen mehr und alles ist schlecht.
    die spiele bisher waren dermassen knapp, dass es einfach nur lächerlich ist, hier jetzt so absolutistisch über die leistung zu urteilen.

  4. @chappe: das ist so, der Frust spielt in dieser Analyse sicher eine Rolle. Wir sind immernoch alle Fans, da geht die Objektivität manchmal ein bisschen verloren. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Am Donnerstag sind die Spieler wieder unsere Helden, egal ob Niederlage oder Sieg!

  5. Die Finalserie kann man einfach zusammenfassen: Bern war bis anhin das bessere Team und führt verdient mit 3-1. Sie sind in dieser Serie die fitteren, die schnelleren, die torgefährlicheren und die härteren Jungs und machen bis anhin fast alles richtig. Und man hat nicht das Gefühl, dass der SCB schon am Leistungslimit ist. Es wird schwierig werden diese Serie noch zu kehren. Die Chancen sind auf alle Fälle relativ klein. Ich halte auch nichts davon jetzt schon „schonungslos“ zu analysieren. Nützt nichts, bringt nichts. Ich denke jeder hat versucht das Beste zu geben, aber wenn es nicht läuft dann läuft es nicht. Die Batterien sind scheinbar ziemlich leer und mit jedem vergeblichen Anlauf ein Tor zu erzielen geht auch das Selbstvertrauen immer mehr verloren. Jetzt braucht es schlicht und einfach ein kleines Hockeywunder. Und wie auch immer das ganze endet, es war/ist eine geile Playoffzeit des ZETT. Jungs, gebet nomal alles….

  6. Der SCB die bessere Mannschaft das sehe ich net so. Gestern warn wir die bessere Mannschaft wo aber kein Tor macht. Und genau darum liegen wir zurück.

  7. Ihr solltet jetzt mal bob aus dem Spiel nehmen !!!Er hat vielleicht mal eine oder 2 falsche Entscheidungen getroffen, aber er hat das geschafft, wo Müller, Gustafsson etc. gescheitert ist. Seien wir mal Ehrlich, wer hat daran gedacht, dass der Zett mal in die Halbfinals kommt ? Alles was hier im Final noch kommt ist reine Zugabe zum bisher erreichtem… Wir sind im Final, wenn der Meistertitel kommt, dann kommt er, wann nicht, sind wir auch zufrieden, denn wir sind im Final und darauf hätte ich seit der Championsleague nicht mehr drauf gewettet …

    Es gibt immer Verlierer und Gewinner, deshalb würde ich das Team an dieser Stelle auch nicht so kritisieren, klar gibt es eniges zu Verbessern, aber wir solten den Zett nicht noch mehr unter Druck stellen.

    In Davos und Zug hatten wir teils enorm Glück, diese Glück fehlt uns in Bern, obwohl wir in etwa das gleiche Spiel haben.

  8. Mal kurz noch einmal meine Sicht der Dinge.

    Punkt 1 sind das absolut geile Playoffs! Das Erreichen des Finals ist eine grosse Überraschung, die Respekt verdient. Und klar könnte, zumindest den Ergebnissen nach auch 3:1 für uns stehen und alle, auch ich, würde die Mannschaft bejubeln.

    Aber es gibt halt schon Gründe, warum Bern nun 3:1 führt. Ob es nun Bern verstanden hat unser Spiel zu durchschauen, oder ob wir weniger gut spielen, liegt nur im Auge des Betrachters. Und wenn man im Final ist muss man den Titel anpeilen, mit allen Mitteln und dazu gehört auch die gnadenlose Selbstkritik.

    Wir haben zwei Möglichkeiten: Entweder alles als gut werten und uns mit dem zweite Rang zufrieden geben. Der absolut top ist nach dieser Quali.

    Oder noch einmal ALLES versuchen.

    Zeit für die Freude über den zweiten Rang würde uns im Sommer noch genügend bleiben!

    Aber ICH WILL DE (ja genau de i dem Jahr) TITEL MIT EM Z!!!!

  9. Finde Sven’s kommentar genau richtig, weil für was spielt man wenn man nicht titel gewinnen will ? Klar es sind absoulut geile playoffs aber auf einmal wieder so ein leistubgseinbruch ist mir ein Rätsel… Darum wenn man im Final ist gibt es nur 1 Ziel und das ist die Meisterschaft in die eigene Halle zu holen und.Jungs es ist noch nichts entschieden! Darum gilt nur eines!!!!
    CHERED DIE SERIE UND HOLED DE CHÜBEL UF ZÜRI!!!!

  10. ja, klar sind wir sehr froh, dass wir nach so einer verkackten saison noch finalspiele geniessen dürfen. keine frage, das ist unbestritten und auch gut so.
    es ist aber verdammt schade, wenn wir jetzt, wo wir so weit gekommen sind, gegen ein bern völlig unnötigerweise den titel aus der hand geben.
    bern ist definitiv nicht überragend – aber verdammt solide.
    so ähnlich, wie wir als z’fans uns im moment fühlen, dürften sich die davoser und zuger auch gefühlt haben: egal was du versuchst, die verdammte scheibe geht nicht rein – der gegnerische torhüter SCHEINT unüberwindbar zu sein, die vergebenen chancen nagen am selbstvertrauen, man kommt in’s grübeln und schon fehlen halt die 3 cm präziser oder die 1/10 sekunde wo man früher abdrückt. auf der anderen seite kriegen wir verdammt blöde nicht zwingende tore.
    zwei hervorragende beispiele:
    – bärtschi: schoss tor um tor gegen hcd/evz, 8 tore in 8 spielen, alles ging rein – und im finale? jetzt vier spiele ohne einen einzigen skorerpunkt, ich habe aber mindestens drei gehäuseschüsse gezählt von ihm, die dinger wollen einfach nicht mehr rein.
    – flüeler im tor – hielt unglaublich und alles gegen evz/hcd, jetzt im finale liegt seine fangquote gemäss matchbericht auf hockeyfans.ch:
    „Flüeler, welcher in den ersten beiden Playoff-Paarungen brillierte, kommt in den ersten drei Finalspielen lediglich auf eine Abwehrquote von 88.00%. Bührer hingegen glänzt in dieser Serie und lässt sich eine Quote von 95.29% gutschreiben“ (bilanz sieht nach dem vierten spiel und dem 0:2 noch schlechter aus zu ungunsten zsc).

    das mit der schlechten quote von flüeler ist aber meiner meinung nach nicht nur wegen ihm so. meiner meinung nach spielt er weiterhin gut (nicht überragend, aber doch gut). die verteidigung, die einen hervorragenden job gemacht hatte bis zum finale, sündigt jetzt plötzlich in jedem finalspiel mehrmals. die zwei verdeckten und praktisch identischen tore von vermin gegen geering und im letzten spiel rüthemann gegen stoffel sind ein beispiel. jeder hockeyspieler weiss, dass diese „screening shots“ – also wo der stürmer den verteidiger bewusst in den sichtwinkel des torhüters laufen lässt und dann verdeckt am körper vorbei oder zwischen den beinen des verteidigers durch überraschendd abdrückt – für den torhüter verdammt gefährlich und teilweise fast nicht zu halten sind, da er die schussabgabe nicht sieht und ihm der eigene verteidiger in der sicht steht und den puck somit erst im letzten moment sieht. und ja, bei rüthemann’s letztem tor beispielsweise – das ding passt auch genau unter die latte über der schulter von flüeler. meine meinung – die haben 90% der goalies nicht, auch wenn’s einfach aussieht. das ding passt jetzt haargenau und rüthemann hat bekanntlich einen sehr guten handgelenkschuss. (hier spielt rüthemann den bärtschi aus dem viertel/halbfinale, genau so gingen die dinger bei uns rein – jetzt plötzlich nicht mehr, dafür kriegen wir solche). spekuliert der flüeler auf einen hohen schuss und er somit hoch steht und der rüthemann schiesst tief, sieht der flüeler wie ein depp aus. spekuliert er so wie hier, dass der schuss eher tief kommt hat er logischerweise die bekannten zwei lücken rechts und links über der schulter. der verdammte sonntagsschuss passt dann halt auch noch sehr genau.

    zur verteidigung – meiner meinung nach gut aufgedeckt, dass dort das grösste übel liegt und zuviele fehler passieren. würden die z‘-verteidigung gleich fehlerlos, hart und kompromisslos spielen wie bern, würden die scb-stürmer genauso torimpotent sein wie die unsrigen. wir geben aber pro match immer drei, vier unnötige chancen durch fehler, die der scb mit seinem lauf gnadenlos ausnützt. beim zweiten tor im letzten bern spiel wird flüeler von geering noch aus dem kasten gestossen und beim ersten buebetrickli schläft der seger sein träumli und fährt im senioren-tempo dem schnellen froidevaux lässig hinterher. da ist flüeler keinesfalls nur selber schuld an den treffern. würden die verteidiger den job machen, hätte es nicht geklingelt. würden die verteidiger keine fehler machen, oder wenigstens weniger, würden die scb stürmer nicht zum abschluss kommen.

    blindenbacher – ganz schwach im finale: zitat machtbericht hockeyfans:
    „Blindenbacher schwankte auch in der heutigen Partie. Mit einer Plus/Minus Statistik im Finale von -5 ist nur noch Geering schlechter (-6)“. ich mag mich erinnern, dass ich mich noch über die plus 8 oder plus 9 bei blindenbacher nach der qualifikation zum finale extrem gefreut habe. jetzt in vier final-matches fängt der sich eine -5 ein. unglaublich.
    im ersten game beim glaube ich ersten tor verfehlt er mit seinem check an der rechten bande den goldhelm ritchie – der dreht sich vor dem check leicht ab und weicht dem check aus, läuft zwei schritte weiter, pass, tor. im vorletzten spiel verfehlt er praktisch gleich an der bande froidevaux – der dreht sich leicht ab, läuft hinter das tor – pass – tor. wenn blindi die checks richtig und kompromisslos macht und die jungs an der bande festnagelt, kriegen wir diese tore nicht! er macht die checks aber unverständlicherweise nicht konsequent, sprich nur auf den mann, nein, er spekuliert noch irgendwie drauf, den puck abluchsen zu können. big fail! unnötig zu erwähnen, dass blindi inzwischen mit 16 strafminuten – davon 6 sehr unnötige strafminuten in den letzten vier finalspielen – der mannschaft absolut keinen dienst tut.

    und auch geering hatte ich – wie du sven – sehr gelobt, der steht jetzt im finale aber brutal neben den schuhen, wie du auch geschrieben hattest. kent ruhnke im teleclub spiel eins bemerkte, dass der zsc mit geering ein problem hat, da der meistens gegen den kräftigen und nhl-erfahrenen dumont ran musste. was dabei rauskam wissen wir. beim schon erwähnten goal von vermin lässt er den schiessen, statt er agressiver früher auf den mann geht oder ihn weiter an die bande raus abdrängt. er zeigt plötzlich ein schwaches zweikampfverhalten im finale, wie der blindi und der seger auch.

    sorry für den langen kommentar, ich finde aber, dass man schon ein paar dinge sehr detailliert anschauen sollte. wie erwähnt bin auch ich erfreut, die jungs noch im finale spielen zu sehen.
    es ist einfach verdammt schade, wenn die jetzt den möglichen titel gegen ein nicht überragendes bern so chancenlos und fehlerhaft aus den händen geben.
    meiner meinung nach können wir nicht davon ausgehen, dass wir nächstes jahr wieder relativ einfach in’s finale kommen werden – der hcd, der evz, die klotener, die luganesi und auch wieder bern werden alles dagegen halten…
    von dem her sollten wir die chance packen und das ding jetzt noch drehen.
    wir haben noch eine letzte chance und wenn die fehler in der verteidigung aufhören, dann packen wir die mutzen, davon bin ich fest überzeugt. let’s go z!

Kommentare sind geschlossen.