Die Nachwehen der zweiten Niederlage in Bern

Offensichtlich fällt es dem ZSC schwer in Bern eine Partie zu bestimmen und nicht nur in der eigenen Zone auf Konter zu warten. Anders war die zumeist defensive Haltung nicht zu erklären, auch wenn sie dies im ersten Drittel deutlich besser taten, als noch im ersten Spiel in Bern. So war es doch eine Frage der Zeit bis ein Tor fallen würde. Nun, noch ist alles in der Reihe, aber mit jedem Heimsieg der Mutzen steigt der Druck auf die Zürcher, im Hallenstadion ebenfalls gewinnen zu müssen.

Falsche Entscheidungen als Schlüssel
Der ZSC wählte gestern in zu vielen Situationen die falsche Entscheidung. Bestes Beispiel dafür war das 1:0 der Berner. Froideveaux konnte aus der Mittelzone auf das Zürcher Tor losstürmen, Mathias Seger hatte die Situation vorerst im Griff und als das Tor kam, musste sich sowohl Froideveaux wie auch Seger entscheiden, wo die Aktion hingeht. Der Berner war entschlossener, zog den Kreis um das Tor von Lukas Flüeler und fand dort eine grosse Lücke neben Flüelers Beinschoner und der Torumrandung. Mathias Seger dagegen hatte kurz gezögert, ob er auf ein „Buebetrickli“ spekulieren wollte, oder mit dem Berner um das Tor fahren sollte. Und da lag die Scheibe auch schon im Tor. Es sind genau diese Entscheidungen, die gestern das Spiel entscheidend geprägt hatten.

Inexistentes Powerplay von Zürich
Ein weiterer Punkt, der wohl auch in Hartleys Analyse auftauchen wird, ist das schwache Powerplay der Zürcher. Gestern nahmen die Powerplayversuche der Zürcher schon fast wieder die Qualität der Qualifikation an. Problem Nummer eins im Zürcher Überzahlspiel ist die Grundidee, wie die Scheibe so in die Zone gespielt oder getragen werden kann, dass die Formation aufgestellt werden kann. So verspielte der ZSC regelmässig 40-50 Sekunden einer Strafe gegen Bern, ohne einmal im Drittel des Gegners zu sein. So kannst Du diese Serie natürlich nicht gewinnen.

Mehr Leidenschaft, Biss und Herzblut

Cyrill Bühler

Cyrill Bühler

Rechnerisch ist noch alles in der Reihe und sollte der ZSC am Montag tatsächlich erneut Ausgleichen, dann wird der Druck auch wieder auf den SCB übergehen. Aber der ZSC muss dafür wieder mehr Herzblut und Emotionen auf dem Eis zeigen und zwar während der gesamten Spieldauer einer Partie und nicht nur gegen Ende, wenn die Partie eigentlich schon fast entschieden ist. Und dann fällt vielleicht auch so ein Schuss wie jener von Bärtschi in der 45. Minute in die Maschen und bleibt nicht an der Torumrandung hängen.