Zug um Zug zum Sieg

Es war schon erstaunlich zu sehen, wie abgeklärt der ZSC auch am gestrigen Abend wieder agierte und dem vermeintlich klaren Favoriten in einigen Phasen kaum Chancen gewährte. Die Faktoren sind fast immer gleich: Lukas Flüeler, die solide Defensive, ein Tor zum richtigen Zeitpunkt und die Kaltblütigkeit in der Folge.

Ungutes Gefühl nach dem ersten Drittel
Obwohl der ZSC nach etwa 10. Minuten zum ersten Mal die Führung übernahm, so überkam mich in der Folge doch ein eher schlechtes Gefühl, dass diese Zuger nun die Wende herbeiführten. Die Anzeichen häuften sich denn auch und als zwei Minuten später auch noch der Ausgleichstreffer fiel, da schien ich in meinen Annahmen bestätigt. Kurzzeitig wurde es sogar zum Bangen und Hoffen, dass die Zuger zumindest im Startdrittel nicht noch ein weiteres Tor erzielen. Der ZSC schaffte es ohne weiteren Gegentreffer in die Katakomben und dies war zu einem grossen Teil Lukas Flüeler zu verdanken. Der jetzt, sechs Spiele nach Playoffstart, eine phänomenale Fangquote von 96.67% aufweist! Absolute Ligaspitze.

Wer hat noch nicht, wer will noch Mal?
Mein skeptisches Gefühl verfolgte mich bis zur 26. Minute und dem Doppelschlag durch Thibaut Monnet und Luca Cunti. Innert 29 Sekunden verabreichten sie den Zuger den entscheidenden Zug um in dieser Partie in eine totale Hilflosigkeit zu verfallen. Was folgte war ein Schaulaufen erster Güte. Meine Bedenken zum Ausgang der Partie waren wie weg – ich hätte vor lauter Torjubel auch kaum mehr Zeit für solche Gedanken gehabt – und mit dem 4:1 von Cyrill Bühler war diese Geschichte endgültig geschrieben. Sowieso war dieses vierte Tor das schönste des ganzen Abends. Kolnik, Ambühl und Bühler enteilten vier Zugern, spielten mit dem letzten Zuger und Jussi Markkanen Katz und Maus und waren am Schluss erfolgreich!

Monnet, Bastl und Pittis – Bärtschi
Nach einem 7:1 mit sechs verschiedenen Spielern ist es eigentlich nicht angebracht Spieler oder Linien speziell zu erwähnen. Wir tun es aber trotzdem, da sich die Linie Monnet, Bastl und Pittis in den Playoffs ungemein gesteigert hat und gestern nicht nur für das entscheidende 2:1 verantwortlich machte, sondern auch weitere gute Akzente setzte. Nebenbei spielt sich offensichtlich Bärtschi in einen regelrechten Torrausch, die beiden Treffer am gestrigen Abend waren bereits die Tore Nummer 5 und 6 in dieser Playoffkampagne.

Ari Sulander für Lukas Flüeler
Den anwesenden Zuger war das Lachen schon längst aus dem Gesicht entschwunden und die noch so gross verkündete Euphorie „Zug um Zug in den Final“ war verschwunden. Beim Stand von 6:1 wechselte Bob Hartley Lukas Flüeler für Ari Sulander ein und demütigte damit den Gegner. Das Eishockeybusiness ist kein Zuckerschleck. Quittierte Hartley doch eine ähnliche Aktion, als Larry Hurras beim Stand von 4:0 für den HC Lugano ein Timeout nahm, mit „Larry, you fucking Idiot“.

Nun, in diesem Fall kann es uns egal sein. Sollte der ZSC am Dienstag ein ähnliches Spiel abliefern können, dann wird das für Zug eine ganz harte Aufgabe! Geniessen wir vorerst einmal den grandiosen Erfolg von gestern!

5 Gedanken zu „Zug um Zug zum Sieg

  1. Am dienstag fängts bei null an. Ein sieg haben wir aber auf sicher. Dieser soll uns mut machen, aber hoffentlich keinen übermut… Gut war sicher, dass der evz auch im 3. Drittel nichts grosses mehr zustande gebracht hat. Aber am dienstag müssen auch wir wieder eine top leistung abliefern! Vollgas ZSC!!

  2. Was waren wohl Hartleys Gedanken zu diesem Goaliwechsel?

    – Flüeler einen schönen Abgang zu bescheren (wie es im Fussball gang und gäbe ist, einen verdienten Spieler in der 85′ auszuwechseln).
    – Sulander nochmals Wertschätzung zu geben?
    – Den Gegner brüskieren?

  3. Flüelers Fangquote von allen 5! Spielen ist leider „nur“ 95.54 % =)
    Hervorragende Statistik!

  4. Ich korrigiere mich; die Fangquote ist unterschiedlich, auf der ZSC-Fanpage ist es die obengenannte Zahl und bei der NLA-Page ist es deine Zahl, was sollte man nun glauben 😀 ?

Kommentare sind geschlossen.