NHL-Stimmung in Zug gesucht!

Als ich vor dem gestrigen Spiel gegen den EHC Biel bei einem gemütlichen Fondue sass und den Artikel der Ostkurve Davos (Link) über die Ereignisse vom Tag zuvor las, da entstand in mir ein ungemütliches Gefühl. Vorweg – wir waren nicht vor Ort, haben die Problematik nicht miterlebt und sind nur dank dem obigen Artikel darüber informiert worden. Trotzdem gibt es zu denken, welche Massnahmen und Vorkehrungen bereits getroffen werden um die absolute Kontrolle zu erhalten.

Das sich einige Verantwortliche und Funktionäre, sei es von Seiten Club oder Eishockeyverband, eine Stimmung wie in der NHL wünschen ist nicht neu. Zuschauer sollen sitzen, am besten ein Shirt aus dem offiziellen Fanshop tragen und nur bei Toren aufstehen und Stimmung erzeugen. Dass die hiesige Fanszene etwas anders ist, ist bekannt und auch, dass dies auch von vielen Spielern geschätzt wird. Besonders NHL-Legionäre sind immer wieder beeindruckt über den Support und die Lautstärke, welche in den Stadien herrscht. Und dies auch im Stimmungstöter Hallenstadion!

Zurück zu den Vorkommnissen in Zug. Seit der Eröffnung der neuen, schmucken Eishalle in Zug sind die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verschärft worden. Auch die Z-Fans mussten dies bereits zu spüren bekommen. Es gibt striktere Kontrollen, deutlich mehr Videoüberwachung und sogar wer sich erlaubt einen „Z-Kleber“ an die Scheibe zu drücken, kommt nicht mehr straffrei davon. So weit – so gut. Es ist ein gesellschaftliches Bedürfnis härter durchzugreifen und radikaler mit „Straftätern“ umzugehen.

Gibt dies aber die Erlaubnis für Schikanen, wie sie offenbar am vergangenen Freitag in Zug vorgefallen sind? Warum müssen Fahnen vorwegs beim Sicherheitsverantwortlichen des Clubs per Formular bewilligt werden, die dann aber versprochene Entscheidung wird erst auf den Spieltag vertagt. Oder anders gesagt: Der Club nimmt sich das Recht, sämtliche Fahnen vorweg sehen zu wollen, lässt dann aber die Fans im Ungewissen und nötigenfalls sogar mit dem Material vor den Eingängen stehen. Spruchbänder, Doppelhalter und Choreos sind sogar ganz verboten!

Noch besser wird es aber bei der Personenkontrolle, da sollen sämtliche Fans fotografiert und mit ihren Personalien registriert werden. Wie bitte soll das realisiert werden? Besonders in einem Playoffspiel möchte der EV Zug also mit geschätzten 10 Personen vor den Eingängen, eine Menschenmenge von ungefähr 400 Personen fotografieren, kontrollieren und registrieren. Eine einfache Hochrechnung von zwei Minuten pro Person, bei einer Kontrolle durch zwei Sicherheitsleute, ergibt eine Einlasszeit von ungefähr 160 Minuten! Oder anders gesagt fast drei Stunden!

Zum Glück gelten sämtliche Regeln nur für die Gästefans, da das Spiel wohl sonst nie angepfiffen werden könnte. PRO sinnvolle Sicherheit – CONTRA sinnlose Sicherheit!

ZSC suscht gar nüt!

6 Gedanken zu „NHL-Stimmung in Zug gesucht!

  1. hmm da sind wir ja noch gut bedient, wenn sie für nhl-stimmung „nur“ ein Maskottchen bringen wollen…
    ich finde hier müsste alle Fans zusammenhalten und spiele in Zug boykottieren!
    so meine meinung

  2. einfach tickets für einen anderen sektor kaufen. die überwachung gilt ja nur für den gästesektor. hat im fussball beim fanpass ja auch wunderbar funktioniert.

  3. do de ganz zauber scho im januar losgoht und mir erst am 18.2. wieder es spiel in zug händ isch die situation voll kein stress. mol luege was die andere mached und wie zug druf reagiert…

  4. Eigentlich sollten hier mal ALLE Fans, egal von welchem Club, zusammenhalten und die Bossard-Arena boykottieren.

  5. Katatrophal. Obwohl Fussball-Fan verfolge ich dennoch die Schweizer Hockey-Szene mit einem Auge. Was hier abgeht ist unterste Schublade. Vorschlag an die Gästefans: Unzählige Fahnen anmelden, am besten 100, damit die auch genügend Arbeit erledigen müssen. Ohne Tickets anreisen, aber vor dem Stadion bleiben (friedlich, sich nicht provozieren lassen!!!) Die Sicherheitsvorkehrungen müssen trotzdem getroffen werden, Eintritte werden nicht eingenommen. Wäre ein Anfang und sicher kein Fehlschlag.

  6. Ich rede jetzt für all Zuger (Ultras):

    Mier findets au ned geil was euse Verein macht, beziehigswis euse Sicherheitschef. Mir hend das au zeigt indem mir mit Davos en Stimmigsboykott gmacht hend…
    Mir hoffed das sie das ned chönnd duresetze, denn au mier hend Spass wenn ihr uf Zug chömed 😉

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