Kurze Freude – lange Fahrt nach Genf

Wenige Minuten nach Spielende war die Stimmung in der Mixed-Zone vor den Katakomben der Zürcher zum ersten Mal in dieser Saison positiv. Keine Erklärungsversuche warum es schon wieder nicht geklappt hat mit dem ersten Heimsieg und schon gar keine Durchhalteparolen wie sie immer in schwierigen Situationen zu hören sind. Schon viel eher waren standardisierte Aussagen wie: „Das ist nur ein Sieg, aber wir sind noch lange nicht über dem Berg“ zu hören.

Ehrlicherweise aber war die Erleichterung unbeschreiblich und dies nicht nur auf den Zuschauerrängen. Jedes Mal mit verfinsterter Miene in die Garderoben zu gehen, die wohl kaum lobende Kritik des Trainers anhören und anschliessend noch fünf Mal die gleichen Fragen beantworten: Das kann kein Spass sein!

Dennoch gilt es oben erwähnte Aussage sehr wohl ernst zu nehmen. Die kurzzeitige Euphorie nach dem Vollerfolg gegen Genf ist berechtigt. Allerdings ist damit höchstens ein Negativstrudel gebrochen, noch nicht aber die Form zurück bei den Spielern. Auch der gestrige Auftritt war keinesfalls von Souveränität und absoluter Coolness geprägt. Viel eher von Ups and Downs über die gesamten drei Spielabschnitte.

Heute steht bereits eine lange Reise auf dem Programm – diejenige zur Revanche nach Genf und dort wird McSorley sein Team wohl kaum mit Lob überschüttet haben nach der erneuten Auswärtsniederlage. Damit der ZSC heute den dritten Sieg in Serie einfahren kann und somit zumindest eine „Mini-Siegesserie“ zu verzeichnen hat, braucht es einen freien Kopf bei sämtlichen Spielern. Keine Einflüsse von gestern und noch viel weniger Ausblick nach vorne, denn nur mit einem zweiten Sieg gegen Genf, kann der ZSC erstmalig in dieser Saison positiv in eine neue Woche starten.

Fehlen wird für dieses Unterfangen wohl Michael Nylander, der aber am Dienstag in Davos erwartet wird. Bezüglich Torhüterposition wird Bob Hartley die altbekannte Eishockeyweisheit zur Hand nehmen: „Never change a winning team“.

Auf geht’s für die nächsten drei Punkte auswärts.