ZSC – EV Zug 5:6 (0:0, 1:4, 4:1) n.V.

Mit viel Vorschusskredit schickten sich die Zürcher zum Saisonstart gegen den EV Zug an und als Schommer nach zehn Sekunden nur knapp an Markkanen scheiterte, da war der Traumstart beinahe Tatsache. In der Folge wogte das Geschehen auf dem Eis hin und her – Zug mit einer Grosschance von Lüthi und der ZSC, in Person von Jeff Tambellini – schrammten nur knapp am ersten Saisontreffer vorbei.

Unglücklich startete das zweite Drittel, denn ein misslungener Pass von Glen Metropolit wurde dank gütiger Mithilfe von Domenico Pittis zum ersten Saisontreffer (22′) für den EVZ. Eine Reaktion auf den Rückstand war gefordert und sie kam wenige Sekunden später im Powerplay. Nachdem Tambellini und Pittis ihre Slapshotversuche nicht aufs Tor brachten, war es Murphy (23′) der mit einem satten Schuss auch den ZSC auf die Anzeigetafel brachte. Bis zur Spielmitte verlief der Match wieder etwas ausgeglichen und erst als Zugs Schnyder zu einem eher ungefährlichen Handgelenkschuss ansetzte, gab es einen weiteren Treffer. Sulander wurde in der 31. Minute zwischen den Beinen erwischt, dabei sah der 42-jährige nicht gut aus. Weniger Schuld hatte der Schlussmann beim dritten Zuger Treffer, denn Blindenbacher lenkte einen Querpass von Camichel ins Tor. Nun verfiel der ZSC in seine Einzelteile und es war das Schlimmste zu befürchten. Eine Klatsche zum Auftakt? Auch der vierte Treffer der Gäste in der 34. Minute änderte wenig an diesem Umstand. Der ZSC wurde innert drei Minuten vorgeführt.

Es brauchte eine klare und bestimmte Pausenansprache von Hartley und seinem Assistent ehe der ZSC wieder den Ansatz von Hockey zeigte. Mit der Wut der Verzweiflung gelang ein optimaler Start in den Schlussspurt. Nur 22 Sekunden nach Wiederbeginn lag die Scheibe hinter Markkanen im Tor. Ambühl umkurvte das Tor und bediente Blaine Down, der wieder minime Hoffnung ins Stadion zurückbrachte. Aus Kleinem wird Grosses, so auch in diesem Fall. Der grosse Reto Schäppi machte aus dem kleinen Strohfeuer eine grosse Hoffnung, denn das 3:4 in der 42. Minute stellte die Kräfteverhältnisse endgültig um. Genau in dieser Phase war es ein befreiender Angriff durch Fabian Schnyder, welcher mit dem fünften Treffer einen herben Rückschlag in die Zürcher Aufholjagd brachte.

Aber die Luft war bei Hartleys Mannschaft noch nicht verpufft und so tankte sich Tambellini in der 47. Minute zu seinem ersten Saisontreffer durch. Die Reaktion aus dem dritten Rang liess nicht lange auf sich warten: „Jeff, Jeff, Jeff – Jeff Tambellini. Jeff, Jeff, Jeff – Jeff Tambellini“, hallte es einige Male durch das erwachte Hallenstadion. Noch nicht alle Shakehands waren verteilt vom erneuten Anschlusstreffer und schon wieder klingelte es im Zuger Tor. Erneut war es Jeff Tambellini mit einem Treffer, diesmal lenkte er einen Schuss von Daniel Schnyder ab und sorgte damit endgültig für ein Tollhaus in Oerlikon. Was für eine unglaubliche Reaktion!!! Weitere elf Minuten Einbahnhockey folgten, doch irgendwie brauchte die Aufholjagd zu viele Kräfte und dem ZSC ging zum Ende des dritten Drittels und in der Verlängerung, etwas der Killerinstinkt verloren. Die Konsequenz davon war Christens Treffer in der 63. Minute.

Damit endete ein unterhaltsamer Abend. Nun ja nicht ganz, denn nach dem Siegestreffer gab es noch ein Duell mit den Fäusten. Aber nicht einige Spieler keilten sich, sondern sämtliche Feldspieler beider Mannschaften waren nicht mehr zu halten.

Trotz der Niederlage lässt zumindest die Reaktion im Schlussabschnitt einiges erhoffen. Steigerungspotenzial gibt es dennoch genügend, besonders Ari Sulander hinterliess heute keinen bleibenden Eindruck. Zwar meinte Hartley nach dem Spiel, dass er über die Torhüterposition von morgen noch einmal schlafen wolle, doch eine Rotation scheint geplant.
Interview nach dem Spiel mit Patrick Schommer:
[audio:http://www.zscblog.ch/wp-content/uploads/2011/09/Audio.mp3|titles=Interview_Patrick_Schommer_Spieltag_1]

 

ZSC - EV Zug Foto: Dominik Hew/zscblog.ch

ZSC - EV Zug Foto: Dominik Hew/zscblog.ch

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