Der Maskottchen-Kompromiss

Ein Maskottchen sollte den Aufenthalt im Zürcher Hallenstadion in der neuen Saison attraktiver gestalten. So die Grundidee, hinter dem Plüschlöwen aus der Marketingabteilung des Clubs. Doch seine Bekanntgabe stand unter keinem guten Stern. Ob in den Fanforen, auf der Pinnwand im Facebook oder an anderer Stelle, das Maskottchen heizte die Stimmung im Fanlager der Zürcher ordentlich an.

Dabei sollte es ein Teil der bisherigen Lion-Kids Member Aktion werden, welche auf diese Saison wieder frischen Wind erhalten sollte. Und um junge Fans anzuwerben, ist ein solches Sinnbild für einen Hockeyverein sicher eine gute Möglichkeit. Aber der Wiederstand, das Maskottchen während der ganzen Saison im Hallenstadion zu haben, war zu gross. Sogar der Medienpartner des ZSC, die Pendlerzeitung 20 Minuten, verfasste einen Artikel über die zum Teil erbosten Rückmeldungen.

Anschliessend fand eine zum Teil grenzwertige Diskussion auf diversen Plattformen statt. Trotzdem, oder gerade deswegen, gab es in dieser Woche nun einen Kompromiss, welcher den Auftritt des Maskottchens auf die Sonntagsspiele beschränkt. Somit kommt die Ursprungsidee, die Anwerbung von jungen Fans – den Lion-Kids, wieder ins Spiel. Und dafür ist, wie bereits erwähnt, ein solches Maskottchen nicht die schlechteste Idee.

Damit sollte auch die Diskussion über das Maskottchen vom Tisch sein, der Kompromiss ist sicher eine beidseits aktzeptable Variante. Und am Schluss gilt es gemeinsam als Team, und nicht wie zum Teil in den letzten Tagen, einen Schritt vorwärts zu machen. Es gibt genügend Konkurrenz innerhalb der Liga, begnügen wir uns also damit diese zu besiegen, und verbrauchen wir nicht unsere Energie für zum Teil gar übertriebene Diskussionen innerhalb der eigenen Leidenschaft. Denn nur gemeinsam können wir in dieser Saison etwas erreichen und das muss unweigerlich das Ziel sein.

Zürcher SC – Es läbe lang treu!

Im weiteren hier noch die Stellungsnahme der SU02 und der C11 zur Info:
Als die Vereinsleitung des ZSC ankündigte, man wolle im Hallenstadion mit einem Maskottchen für mehr Stimmung sorgen, war der Aufschrei in unseren Reihen und in der ganzen ZSC-Fanszene gross.

Doch nicht die Tatsache, dass ein Maskottchen im Hallenstadion für Unterhaltung sorgen soll, erregte die Gemüter. Vielmehr drückte der Verein mit dieser Aktion auf eine Wunde, die seit Jahren offen ist. Das Maskottchen als Inbegriff der Kommerzialisierung des Sports wurde zum Symbolbild einer Entwicklung des ZSC, die mit der Fusion 1997 begonnen hat.
Ohne die Geschehnisse hier jetzt nochmals aufzurollen, waren wir doch überrascht, wie gross die Abneigung gegenüber den „Lions“ und die Liebe zum ZSC bei vielen Fans noch immer sind. Der Tenor war auf allen Plattformen im Internet (Facebook, Foren, ZSC-Blog) – und bei den wenigen Vorbereitungsspielen sowieso – deutlich: Der grosse Teil der ZSC-Fans und der wirklich aktive Teil sowieso lehnen diese Entwicklung ab.
Knapp 200 Fans haben ausserdem noch einen offenen Brief unterschrieben, der sich klar und deutlich gegen diese Entwicklung wendet. Bedenkt man, wie viele Fans dieser Brief in der Sommerpause überhaupt erreichen konnte, ist 200 eine sehr hohe Anzahl (Unterschriften werden übrigens noch bis zum 1. September gesammelt, wer noch nicht unterschrieben hat: http://zuerchersc.wordpress.com/).

Diese deutlichen Zeichen sind auch bei der Vereinsleitung angekommen. Sie hat entschieden, das Maskottchen nur bei den Sonntagsspielen einzusetzen. Wir begrüssen es sehr, dass die Vereinsleitung auf diesen Kompromiss, der von uns so kommuniziert wurde, eingegangen ist.

Wir werden uns auch weiterhin aktiv gegen diese Entwicklung einsetzen und die Fahne der Tradition hochhalten. Es heisst, man könne Entwicklungen nicht ruckgängig machen. Genauso wenig kann man unsere Liebe zum ZSC zerstören.
Wir werden die Wurzeln dieses Vereins und seine traditionsreiche Geschichte nicht vergessen.

Sektion Uruguay ’02 und Crew Eleven

5 Gedanken zu „Der Maskottchen-Kompromiss

  1. frage zu einem anderen thema:

    nach saison schluss kam ja die diskussion über einen umzug hinter das Tor wieder hoch. Wie steht es mit diesem Thema ?

  2. die (wir) fans müssen in einen vollständigen Sektor umziehen! das gäbe mehr Stimmung!

  3. Eishockeystadion bauen und alles wäre gut. Das alte Hasta ist tot und man sollte Abschied nehmen wenn’s auch weh tut. Kann nicht sein das man auswärts mehr Stimmung macht als at Home!

  4. @Kevin:
    In den Sommermonaten wurde eine Machbarkeitsstudie (Statik, Kosten etc) durchgeführt. Über die Ergebnisse habe ich leider aber auch gerade keine Infos.

    Werde bei Gelegenheit mal nachfragen. Realistischerweise wird die Idee aber wohl kaum umgesetzt, so wie ich die letzten Infos erhalten habe.

    Gruess Sven

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