Ein Spiel mit Symbolcharakter zum Abschluss

„Schöööni Ferie, schöni Ferie!“ Auch mehrere Stunden nach dem Derbyout gegen Kloten hallt mir das Lied des Schreckens noch immer in den Ohren. Und die Realitet, also das erneut frühe Ausscheiden in der ersten Runde der Playoffs, schmerzt fast mehr als noch gestern. Es war der Beweis für das nie zu glauben wollende: Der ZSC war in dieser Saison nie konkurrenzfähig und schied verdientermassen aus. Dass es in einem Derby geschah, macht die Sache umso bitterer.

Noch nicht an diese Niederlage und schon gar nicht an ein mögliches Scheitern mochte vor Spielbeginn gedacht werden. Und als sich die Nachricht von Sulanders Schweizer Pass, wie eine Welle durch die Kurve, seinen Weg bahnte, da war fast alles wieder mit Hoffnung und Glauben an das Gute versehen. Aber eigentlich war es ein grosser Fehler, denn mit dieser Goalierochade wurde Flüeler quasi degradiert und den Spielern erneut Druck weggenommen. Nichts gegen Sulaner, im Gegenteil, aber es war nicht Flüelers Schuld, dass es 3:1 in der Serie für Kloten stand, sondern jene seiner übrigen Teamkameraden. Erwähnt muss aber auch werden, dass die Leistung von Sulander auch am gestrigen Abend top war – gebracht hat es am Schluss aber trotzdem nichts.

Damit sind wir beim eigentlichen Kernpunkt der Geschichte und dieser war selten zuvor so offensichtlich wie in den ersten Minuten von Spiel fünf. Warum um alles in der Welt dürfen zwei Kloten Spieler auf unseren Torhüter zu stürmen, auf den Abpraller spekulieren, und werden von unserer Mannschaft nicht angegriffen? Warum müssen unsere Spieler immer dann wechseln, wenn einer seiner Kameraden den Puck tief spielt und ein schnelles Forechecking wichtig wäre? Warum sieht es so aus, als hätten sämtliche Gegner mindestens einen Spieler mehr auf dem Eis und somit eine Anspielstation mehr? Und das in einer Playoffserie gegen Kloten, in der es um mehr als nur um sportliche Ziele geht, sondern um die Vorherrschaft im eigenen Kanton und die Schmach mindestens ein Jahr seinem direkten Konkurrenten unterlegen zu sein!

Die Leistung gestern war aber nur noch die Bestätigung einer sich bereits über 50 Spiele abzeichnenden Tendenz, die auch im Playoff nur selten durchbrochen werden konnte. Nach dem 2:0 schienen die Flieger bereits zum Schaulaufen für das Halbfinale aufzulaufen. Und tatsächlich fand der ZSC wieder etwas besser ins Spiel zurück. Doch auch in diesen Momenten schien dem ZSC zu viel für ein Spitzenteam zu fehlen. Zwar schockten die beiden Gegentreffern den scheinbar sicheren Halbfinalisten ein wenig, doch genau dort hätte der Z noch einmal zusetzen müssen – aber er scheiterte auch an dieser Aufgabe. Es fehlte an Spielwitz, an cleveren ersten Pässen und im Allgemeinen an einer kreativen Spielauslösung, die zu gefährlichen Aktionen hätte führen können.

Ganz zum Schluss noch der konditionelle Aspekt: Hat jemand eine gefährliche Torchance für uns in der Verlängerungen registriert? Hat jemand die Blöcke 3 und 4 jemals auf dem Eis gesehen? Bis vor den Playoffs war ich mir sicher, dass die fehlende Kondition kein Grund für das schwache Abschneiden unserer Mannschaft ist. Aber in den letzten beiden Begegnungen wurde ich wohl eines Besseren belehrt. Kraft und saftlos wirkte das Team von Gustafsson (dessen Tage übrigens auch gezählt sein dürften) während genau den entscheidenden Situationen!

Damit waren alle Probleme, mit welchen wir uns während der gesamten Qualifikation abgeschlagen hatten und auf Verbesserungen in den Playoffs gehofft hatten, in einem Spiel vereint. Was wird sich ändern? Wir wissen es noch nicht… Hoffentlich aber einiges. Nur eines bleibt für immer:

„Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unser ZSC nicht.
Alles, alles geht vorbei, doch wir bleiben treu.“

Was meint Ihr dazu? Diskutiert über die Saison, die Probleme, mögliche Veränderungen in unseren Kommentaren!

9 thoughts on “Ein Spiel mit Symbolcharakter zum Abschluss

  1. Ich bin zwar kein Z-Fan, möchte Sven aber in dieser schweren Stunde beistehen. Um den Z wieder an die nationale Spitze zu bringen, muss der Trainer (obwohl ich Gustafson gut finde), einige Spieler und Sulander gehen.
    Warum Sulander, jeder der mur wenig vom Hockey versteht, weiss wie gut Sulo ist, damit der neue Trainer nicht erst in Versuchung kommt die Routine der Jugend vorzuziehen, muss er weg, er gewiss andere Aufgaben im Klub übernehmen und in einem anderen Klub tätig sein. Und glaubt mir das wäre ein riesen Zeichen für Flüeler. Ein weiterer Vorteil wäre, jeder Feldspieler weiss Lukas ist unser Goali, und kann sich nicht auf den Loorbeeren von Sulo ausruhen.
    Warum jat man einen Ambühl geholt, einer der keinen Biss hat in Amerika gescheitert ist und in dieser Saison keine grossen Stricke verrissen hat, ja ich weiss in den Playoffs hat er das eine oder andere Törchen gemacht, aber ein „Chrampfer“ war er nie wirklich.
    Der einzige Spieler der in den Playoffs einigermassen die Leitung brachte (ich glaube gar nicht das ich das als Klotenanhänger jetzt schreibe) war Pittis.

    Also liebe ZSC-Blogers, ich hoffe eure Führung zieht die richtigen Schlüsse daraus, und geht nicht nur mit grossen Geldbeutel auf Einkaufstour sonder auch mit etwas Verstand, damit wir nächste Saison wieder Spannende Derbys schauen können. So, muen jetzt no s’Ticket für dä Halbfinal chaufä!

    Gruess Pit

  2. Wie man heute aus dem Interview mit Salis vom Tagesanzeiger entnehmen konnte, hat er nicht die Absicht gross auf Einkaufstour zu gehen..

  3. Edgar Salis muss weg – sein Interview im Tages-Anzeiger von dieser Woche zeugt davon, wie wenig er vom Geschäft versteht… Und Einsicht zeugt er schon gar keine…

  4. Hmm grundsätzlich bin ich au der Meinung, dass jetzt keine Schnellschüsse passieren dürfen. Aber trotzdem sind natürlich solche Aussagen, wie Eggi im Inti mit dem Tagi von sich gegeben hat, etwas blöd und sollten eigentlich nicht getätigt werden.

    Aber grundsätzlich bin ich immer noch der Meinung, dass es in den Details steckt. Dh. die Kleinigkeiten werden auf nächste Saison den Unterschied machen, nicht die grossen und teuren Transfers.

  5. Ich bin sehr enttäuscht vom ZSC diese Saison. Ich frage mich, an was die Leistung des ganzen Team diese Saison liegt. Liegt es vielleicht daran, wie das Team trainiert hat !? Ob der Vorstand (inklusive Trainer) der richtige ist !? Es fehlt einer, der ein Team beeinflussen kann, der seine Teamkollegen Motiviert. Beim ZSC, fehlt ein Goran Bezina, oder ein Glen Metropolit. Keiner der Spieler war über die ganze Sasion hin, motiviert Vollgas zu geben. Ich bin klar der Meinung, das die Tage von Bengt-Ake Gustaffson und Edgar Salis gezählt sind. Edgar Salis hat zwar gute Einzelspieler eingekauft, doch kein gutes Team zusammengestellt.

  6. Das allerwichtigste ist nun mal der trainer! Ohne diesen bringt kein feilen um die mannschaft etwas. Der Trainer soll dann die mammschaft zusammen bauen!!!
    Aber genau dieser punkt macht mir sorgen. Ich denke der neue trainer sollte bald ernannt werden, sonst plagen uns die gleiche sorgen im 2012!!! Und so lange dies nicht der fall ist, lohnt es sich nicht über die mannschaft von morgen zu diskutieren…. Denn bis wir wor einen neuen trainer haben, stellt sich die frage, welche spieler noch auf dem
    Markt sind……

  7. Jap ist so Thom. Im Grundsatz gibt der Trainer eine Wunschliste bekannt und der Sportchef verhandelt die Ganze Geschichte. Ohne definitiven Trainer – kein Wunschzettel und ohne dies kein Mannschaftskonzept.

    Mal schauen was dabei herauskommt…

  8. Stell Euch nur mal vor, was z.B. ein Chris McSorley in Zürich zustandebringen könnte.
    Wird aufgrund unserer Strukturen nie funktionieren aber was er in Genf geschafft hat, ist asolute Weltklasse. Genau ein McSorley-Typ braucht der Zett, um die Spieler zu motivieren.

  9. Danke für Deine Bericht Sven – was Du mit der Kondition ansprichst, ist doch genauso. Man hat den Spielern das Sommertraining individuell überlassen. Wer den Mensch (auch wenn es ein ‚Profi’sportlier ist, d.h. v.a. wenn es ein Schweizer Spieler in unserer geschützten NLA-Anstalt it) kennt, weiss genau, dass das nicht gut gehen kann. Die Folge war ganz klar, dass wir nicht genügend Saft hatten.

    Dazu kommt doch auch noch der Teambuilding-Aspekt, es schweisst ein Team zusammen, wenn man gemeinsam leidet, und den Trainer verflucht – und danach einen Heben geht.

    Wenigsten wird das jetzt korrigiert, man macht wieder ein gemeinsames Sommertraining.

    Die Goalierochade war unverständlich, obwohl Flüeler noch viel lernen sollte (e.g. seitwärts verschieben ohne gleich 1m neben dem Tor zu landen), hat er ein super Play-off gespielt und uns jeweils im Spiel gehalten.

    Zum Glück kommt ein neuer Trainer, mit Bengt-Ake hätte ich nach 35 Jahren wohl zum ersten Mal keine Saisonkarte mehr genommen. Und vielleicht bringt Bob Hartley auch gleich noch ein, zwei Scorer mit.

    En schöne Summer!
    Bert

Kommentare sind geschlossen.