ZSC – Kloten 3:1 (1:1, 1:0, 1:0)

Bereits das sechste Derby der laufenden Saison stand heute auf dem Programm. Dass 50 Spiele sechs zuviel sind wurde erneut mit einem grossen Transparent durch beide Fangemeinschaften bekräftigt. Ein Anliegen der Fans an den Verband – ob die Forderung allerdings erhört wird ist fraglich.

Nun aber zum Spiel. Der Z startete druckvoll in die ersten Minuten nach der Nationalmannschaftspause. Besonders die Aggressivität vermochte in den ersten Einsätzen zu gefallen. Dabei wurde besonders konsequent auf den Körper gespielt und die Gegenspieler so unter Druck gesetzt. Eine Folge davon war das 1:0 (3. Minute) für das Heimteam. Es war zwar im Abschluss eine Einzelleistung von Krutow, in der Vorbereitung aber eine Kombination von Nolan und Westcott. Nun aber verlagerten sich die Spielanteile zu Gunsten von Kloten. So intensiv wie die Zürcher starteten, so stark war auch ihr Nachlassen in den folgenden Minuten. In einer Unterzahlsituation wurde dies bestraft und zwar durch einen Treffer von Bodenmann in der 9. Minute. Mit dem ausgeglichenen Spielstand nahmen beide Teams die erste Pause in Angriff.

Zu Beginn des zweiten Drittels flachte das Spiel nun endgültig ab und es wurde den Ansprüchen eines Derby nicht mehr gerecht. Dies galt sowohl für das Geschehen auf dem Eis, wie auch den Support auf den Rängen. Etwas mehr als zehn Minuten dauerte dieses Vakuum an, ehe sich plötzlich Nolan ein Herz fasste, vom rechten Bullypunkt aus einen Slapshot ansetzte und der Puck haargenau in den Winkel verschwand. Ein Weltklasse-Tor zum richtigen Zeitpunkt, denn nun erwachten sämtliche 8500 Personen im Hallenstadion. Der Treffer weckte nun wieder den Kampfgeist der Zürcher und in den Schlussminuten des zweiten Drittels musste Kurmann immerhin sechs kleine Strafen gegen beide Mannschaften aussprechen.

Als Von Gunten in der zweiten Minute des letzten Drittels auf die Strafbank musste, bot sich dem ZSC die Gelegenheit die Führung auszubauen. Für einmal mit direktem Spiel, brauchte der Z nur gerade 15 Sekunden um das 3:1 zu erzielen. Pittis war es, der einen Schuss von Seger unhaltbar für Rüeger ablenkte. Zwar konsolidierte der Schiedsrichter den Videobeweis bezüglich hohen Stocks, blieb aber bei seiner Entscheidung und gab das Tor. Nun hatte der ZSC das Geschehen auf dem Eis im Griff und unterband die Angriffe von Kloten in ihrer Entstehung. Seger liess es dann in der 49. Minute einmal richtig laut werden im Zürcher Rund. Der Captain liess seine Fäuste sprechen und zwar im Boxkampf gegen Hollenstein Junior. Der Klotener provozierte die Nummer 15, dieser liess spontan seinen Stock fallen, zog seine Handschuhe und seinen Helm ab und forderte den Gegner zum Kampf auf. Der anschliessende Fight ohne Handschuhe und Helm wird es wohl so schnell auf Schweizer Eis nicht mehr zu sehen geben. Ein positives Zeugnis durfte sich bei dieser Aktion der Head ausschreiben lassen, er gewährte den beiden Akteuren diesen Kampf und sprach für beide „nur“ jeweils eine 2+10 Minuten Strafe aus… So sollte es öfters sein!

Die Zürcher, aufgepumpt von dieser Einzelaktion und nun absolut auf der Höhe der Ereignisse, machten den Sack zu und waren am Schluss die verdienten Gewinner am heutigen Abend. Im Ausblick auf die Playoffs war es aber nicht mehr als ein kleiner Zwischenschritt.

Gerne hätten wir euch ein Interview mit Mathias Seger hier online gestellt, dieser aber stand nicht bereit für Interviews. Dafür konnten wir mit Cyrill Bühler sprechen: