Die Hoffnung auf ein Wunder

Eindrücklicher als am letzten Samstag im Lido in Rapperswil konnten die aktuelle Probleme der Zürcher nicht aufgezeigt werden. Es war der Höhepunkt eines katastrophalen Jahresstarts 2011. Am 8. Januar das Schaulaufen des EV Zugs in ihrer neuen Halle und die Abfertigung einer inexistenten Mannschaft mit 3:0, wobei die drei Gegentreffer optisch noch schmeichelhaft wirken. Keine Woche später, am 14. des ersten Monats ein weiterer Faustschlag ins Gesicht von sämtlichen Zürchern: Die 5:0-Heimniederlage war die Bestätigung der noch zu knapp ausgefallenen Niederlage in der Innerschweiz.

Besserung war versprochen – Rückschritt war die Realität. Am nächsten Tag in Ambri, an einem denkwürdigen Samstag, eine 3:2 Niederlage! Auch hier war das Resultat eher schmeichelhaft und nur dank einer Aufholjagd im Schlussabschnitt verfiel der Z nicht endgültig in die Kategorie Lächerlichkeit. Würde nun eine Wende folgen? Mitnichten! Nach der erfolgreichen Playoffqualifikation folgte sogleich die nächste Begegnung mit der harten und unliebsamen Realität. Obwohl das 7:1 in Davos nicht die Wellen schlug, so ist es im Rückblick eben doch eine bedenkliche Leistung. Und was am letzten Samstag passiert ist muss nicht noch einmal erwähnt werden…

… Nun aber ist das alles vorbei, nicht vergessen, aber geschehen. Will heissen die Vergangenheit kann nicht mehr verändert werden, die Zukunft aber sehr wohl noch in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Dazu haben die Zürcher aber nur noch eine Chance und zwar dieses Wochenende. In den zwei trainingsfreien Tagen von Morgen und Samstag geht es um mehr als um Erholung. Es geht um die abschliessende Beantwortung der Grundsatzfrage: Kann dieses Team Erfolg haben oder nicht? Und für dies muss jeder einzelne Spieler sein Ego zur Seite stellen und Charakter beweisen. Charakter für sich selber und Charakter innerhalb der Mannschaft.

Denn ein Viertelfinalout würde dem Z den negativen Hattrick bescheren – jener dreimal in Serie die Halbfinals der Playoffs zu verpassen. Sicher kein Rekord der anzustreben ist und einer der wohl noch so einige Wellen schlagen würde. Viele fragen sich verständlicherweise wie will das Team in dieser Konstelation eine Kehrtwende schaffen? In beinahe 50 Spielen waren mehr oder weniger sämtliche taktischen Veränderungen, Trainerwechsel oder auch Linienrotationen wirkungslos geblieben. Und nun soll es doch noch funktionieren?

Ehrlich gesagt bin ich froh, dass ich nicht in der Situation von Trainer und Sportchef stecke. Einen Weg aus diesem Schlamassel zu finden, in solch kurzer Zeit, ist weder einfach noch planbar… Es bleibt wohl nichts anders übrig als die Hoffnung auf ein Wunder…