Die Chronologie des Wochenendes

Für den ZSC hätte das Wochenende zu einem entscheidenden Schritt nach vorne werden sollen. So zumindest war die grundsätzlich positive Stimmung in der Halle am Freitag Abend zu deuten. Grund für leichten Optimismus war dank dem Sieg gegen Fribourg am Dienstag und der Aussicht zweimal gegen ein Team unter dem Strich zu spielen, durchaus auch gegeben. Niemand dachte zu diesem Zeitpunkt an ein derartiges Ende dieser beiden Spiele.

Doch bereits nach wenigen Minuten wurde dem Zuschauer klar: Diese Mannschaft verfügt zurzeit nicht über den Kopf, um sich gegen irgendeinen Gegner leicht durchzusetzten. Es liegt nicht einmal mehr am Einsatz oder am Willen, sondern schlicht und ergreifend an der Verunsicherung, die in jedem herrscht. Am Schluss sieht es von der Tribüne aus als würden die Jungs auf dem Eis keine Lust besitzen zu spielen. Dass sich aber kein Sportler gerne mit Fünf zu Null im eigenen Stadion abschlachten lässt, muss in diesem Zusammenhang auch einmal Erwähnung finden.

Im Spiel gegen Lugano fiel die Entscheidung im Mittelabschnitt, in dem, ausser dem bedauerlichen Lukas Flüeler, kein Spieler auch nur eine halbwegs vernünftige Aktion aufs Eisfeld brachte. Symptomatisch hierfür war das zweite Tor der Luganesi, ein missglückter Slapshot von Ryser wurde zur optimalen Vorlage für den Konter. Dieses und die anderen Tore findet ihr in unserer Analyse.

Toranalysen:

Quelle Fotos: Teleclub – Bluewin.ch

Die Klatsche im heimischen Stadion brachte auch in der Kabine der Zürcher klare Worte zum Vorschein. So sagte Bengt-Ake Gustafsson über die Leistung: „Ein solches Verhalten der Spieler ist nicht tolerierbar. Sie sind Profis und haben heute ihren Job nicht gemacht“. Seine Entscheidung nach dem dritten Tor kein TimeOut zu nehmen, begründete der Schwede wie folgt: „Ich hätte heute 100 TimeOuts nehmen können, die Mannschaft wusste dass sie schlecht spielt und sie war nie fähig auf eine Reaktion. Da hätte auch diese Massnahme nichts gebracht“.

Mit dieser Demütigung und dem Wissen bereits 22 Stunden später wieder auf dem Eis zu stehen, verliessen die Spieler ihre Arbeitsstätte. Dies jedoch nicht ohne Begleitung: Eine Handvoll Fans wartete vor der Kunsteisbahn Oerlikon auf sie. Es entstanden einige interessante Dialoge, besonders aber war es wichtig ein Zeichen in Richtung Team zu setzen.

Mit einer etwa zweistündigen Fahrt nach Ambri kam die Hoffnung auf Besserung zurück. Das herrliche Wetter auf der Alpennordseite tat sein Übriges dazu bei. Ob der Optimismus im Spielercar wohl auch zurückkehrte? Auf jedenfall hatten alle viel Zeit, um sich noch einmal mit den Fehlern zu beschäftigen. Schlussendlich musste doch eine Reaktion auf die gestrige Leistung folgen.

Aber davon war überhaupt nichts zu spüren – das Gegenteil traf ein. Noch etwas ratloser kurvten die Zürcher zum Start dieses Spiels auf dem Eis in der Leventina herum. Das Heimteam genoss die Freiheiten und den vielen Platz der ihnen gewährt wurde und Stirnimann nutzte diese in der neunten Minute aus. Ein Ex-Zürcher schoss uns weiter ins Elend. Auch jetzt wachte niemand aus der Lethargie auf, von einem Umschwung gar nicht zu sprechen. Treffer zwei und drei von Ambri waren die endgültigen Tiefpunkte, obwohl eigentlich gedacht war, dass es zurzeit nicht noch tiefer geht.

Somit war die Hoffnung auch am heutigen Abend verflogen. Das Aufbäumen in den letzten Spielminuten wurde sogar noch mit zwei Treffern belohnt, die Monnet und Ulmann erzielten. Diese etwas zehn Minuten waren das Beste am gesamten Wochenende und das macht eigentlich nur noch Angst. Dass es aber noch Spieler gibt, die nach dieser Niederlage auf dem Eisfeld noch lachen können, das überschreitet aber ziemlich alles.

Wir sind nun mit dem Z an einem Punkt angekommen, an dem wir nicht in die ferne Zukunft blicken dürfen, sondern nur noch Tag für Tag nehmen müssen. Spieler und Trainer sind sich bewusst über den Ernst der aktuellen Lage und es liegt nun an uns, durch Support und Emotionen, ihnen den Weg aus diesem Loch nicht noch zusätzlich zu erschweren.

Eimal ZSC – Immer ZSC! Blau Wiis Rot im Herz…