Ist die Arena in Zürich-Altstetten überhaupt realisierbar?

Als Stadträtin Kathrin Martelli am Montag kurz nach der Mittagspause vor die Medien trat, waren die Erwartungen an das neue Stadionprojekt für den ZSC riesig. Es wurde ein Projekt in Zürich Altstetten, in der Nähe des Juchhofs vorgestellt, das eine Kapazität von 10’000-12’000 haben sollte. Die reine Eishockeyarena sollte auf die Saison 2015/16 seinem neuen Besitzer, dem ZSC bereit stehen. Dabei soll es prioritär ohne Mantelnutzung dem ZSC zur Verfügung stehen. Damit die Wirtschaftlichkeit auch langfristig gewährleistet werden kann, werden jedoch andere Sportevents nicht ausgeschlossen. Kurzzeitig war die Euphorie und die Freude über diesen Standort gross und es wurde bereits die Erlösung herbeigeschrieben.

Ziemlich schnell, das heisst einige Stunden später, wurde aber bereits den ersten klar, dass dieses Projekt mehr eine Machbarkeitsstudie, resp. eine Prüfung des Standorts ist, denn ein wirklich durchdachtes Projekt. Für diese Eruierung des Standortes brauchte die Stadt und der ZSC ein Jahr, denn im Januar 2009 wurde das Projekt Rennbahn Oerlikon vorerst auf Eis gelegt. Der ZSC und die Stadt kamen zur Einigung, dass die angedachte Idee mit 7000 Zuschauern keine realistische Alternative zum Hallenstadion bietet.

Aber es gibt reichlich Konflikt und Diskussionspotenzial auch für das bevorstehende Projekt, das dem ZSC die Probleme mit der Hallenstadion AG ersparen soll. Zum ersten stehen da die Probleme mit den Grundstücksbesitzern. Die Mieter der Schrebergärten werden ihr gemietetes Land nicht einfach so für ein Stadion freigeben. Genau gleich wie bei den normalen Mietwohnungen können Mieter gegen die Kündigung rechtlich Vorgehen. Diese Verhandlungen und Amtsabhandlungen können das Stadionprojekt über Monate, wenn nicht Jahre stören und verzögern. Eine unangenehme Nebenerscheinung im Kampf um den Platz für das neue Stadion.

Ebenfalls sind sämtliche Bewilligungsverfahren noch nicht durch. Diese scheinen zwar im vorliegenden Fall nicht Matchentscheidend, können aber durchaus mit Auflagen und Anpassungen des Projektes enden. Falls diese jedoch im normalen Rahmen bleiben, sollte zumindest dieser Punkt keine grosse Hürde sein für das Projekt.

Die Finanzierung ist wohl neben den Gärten, die noch grösste zu klärende Pendenz. Jene muss aber selber vom ZSC und nicht von der Stadt erledigt werden, denn nur das Grundstück wird dem ZSC zur Verfügung gestellt. Für sämtliche Kosten und Aufwendungen muss der Club, resp. seine Sponsoren und Gönner aufkommen. In den Medien und der Öffentlichkeit wird von etwa 50-80 Millionen gesprochen. Die Führung des ZSC sollte jedoch nicht an den falschen Orten sparen. Falls die Möglichkeit tatsächlich besteht die Halle zu bauen, wären 10-15 Millionen mehr sicher gut investiertes Geld. Es könnte die neue Heimat eines 80 Jährigen Clubs werden und dies vielleicht für die nächsten 50 Jahre.

Eine abschliessende Antwort für meine oben gestellte Frage gibt es also derzeit nirgends. Es ist abzuwarten was in den nächsten Monaten und Jahren mit diesem, zugegebenermassen noch sehr unreifen Projekt noch alles passiert. Auch Peter Zahner dämpfte die Euphorie am gestrigen Tag im Interview des ZSC TV’s und sprach davon, dass in den nächsten Monaten nicht viel über dieses Stadion gesprochen werde. Zuerst müssten die Hausaufgaben erledigt werden. Hoffentlich wird das von allen Seiten so ernst genommen. Damit der ZSC im Jahre 2015 vielleicht/hoffentlich/leider, je nach Betrachtungswinkel des Fans in die neue Eishockeyarena in Zürich Alstetten einziehen kann.

Teile uns in den Kommentaren deine Meinung und Argumentationen Pro/Kontra für das neue Stadion oder andere Projekte des ZSC mit.

4 Gedanken zu „Ist die Arena in Zürich-Altstetten überhaupt realisierbar?

  1. ein neues stadion wäre für sowohl für den verein, als auch für uns fans eine sehr grosse chance. entscheidend wird dann auch unsere (also die der fans) „lobby-arbeit“ beim verein sein. die ersten äusserungen von zahner/kälin klingen schon einmal sehr vielversprechend.

    ps: wäre gut wenn ihr – wenigstens die längeren – texte korrekturlesen könntet. ist ja schon fast so schlimm wie beim tagionline ;)! nein, nur spass, aber sowas springt mir halt einfach gleich ins auge 😉

  2. Ich fände die Idde in Altstetten gut.

    ich denke eine Lösung für die Gärten wird es schon geben.

    Wie lange haben wir schon auf ein eigenes zu Hause gewartet…

    Ich würde es sehr begrüssen.

  3. Die Gärten könnten auf dem Hardturm-Areal entstehen, da dieses Stadion ja sowieso nie gebaut wird.
    Dann hätte Zürich wenigstens 1 Stadion…
    Realistisch gesehen:
    Es werden wieder Zustände auf uns zukommen wie beim Stadion Zürich..ein Harter Kampf mit einer Chance 50:50.
    Ich finde jedoch man sollte, auch wenn es wiederstand geben wird – was schon fast garantiert ist – hart bleiben und kämpfen. Dieses Stadion ist mehr als Notwendig!
    Wenn man schon immer nur noch von GELD spricht im Sport…Dann sollte man auch alles dafür geben, dass beim Z auch wirklich GELD gemacht werden kann…

    und ehrlich gesagt: Mit einem Eishockeystadion lässt sich leicht mehr geld machen als mit Gärten…

    nun hoffen wir, dass der Wiederstand nicht zu gross sein wird und dass keine Kompromisse gezogen werden müssen…(ansonsten spielen wir vielleicht schon bald mit einem Kopfsalat auf der Brust oder was??)

  4. @ rotkappe: Das Korrekturlesen der Texte auf zscblog.ch ist mein Job. Allerdings wollen wir die Berichte möglichst schnell veröffentlichen. So bin ich nicht immer subito mit dem Tipp-Ex unterwegs. Sorry! Aber nun ist dieser Text hoffentlich i.o. Danke für den Hinweis.

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